2020 – das Jahr in dem ein Virus der globalisierten Welt den Finger zeigt

2 Jahre und vier Monate. Das Blog ist tot, es lebe das Blog. Ich bin gut ohne ausgekommen. Ich habe auch meine alten Tagebücher bis auf die letzten zwei nun entsorgt.

Aber heute 14.03.2020, Samstag. Ich brauche gedanklichen Auslauf. Corona-Virus. Bis letzten Sonntag hat mich das reichlich wenig interessiert.
Wir hatten vom Laden aus gleich zwei Messen am selben Wochenende – die Boligmesse in Kristiansand – Alles rundt um Haus und Garten. Hier wollten wir uns lokal als größtes Nähmaschinen-Fachgeschäft der Region zeigen. Nähmaschinen und Dekostoffe/Möbelstoffe. Diese Messe und den Laden sollten meine drei Mitarbeiter stemmen. Ich wäre Mittwoch nächste Woche hin und hätte das meiste schon aufgebaut und die drei hätten sich dann drum gekümmert.
Am gleichen Wochenende sollte das norwegische Quilttreffen in Stavanger, der Herzliebste und ich wollten hin. Ich also im Megastress am Modelle nähen und zwei Messen gleichzeitig organisieren.

Und dann kam das Virus für voll. Erst der Bescheid die Hobby&Handarbeitmesse in Köln abgesagt (auch an dem Wochenende, aber wir wären ja eh nicht hin dieses Jahr).
Dann die Boligmesse abgesagt. Totale Verwirrung, aber okay. Ein paar Tage später das Quilttreffen.
Vom Megastress in das schwarze Loch der Existenzangst. Im Supermarkt horten die Leute Lebensmittel, trauen sich aber sonst kaum raus.
Wer kann arbeitet von zuhause, viele sind sind in Quarantäne zuhause.

Seit Freitag sind alle SChulen und Kindergärten geschlossen, erstmal auf zwei Wochen oder bis Ostern, ich weiss nicht mehr.
Friseure, Masseure, Wellness generell, Physioterapi usw müssen zwangsgeschlossen halten. Bars haben zu, Restaurants müssen mindestens 1 Meter Abstand zwischen den Gästen haben.
Der Umsatz bricht ein, Totentanz im Stadtzentrum. Die ersten Onlineshops haben freie Fracht oder gleich 20% auf alles. Ich bin ja nicht blöd, sowas ist bei mir nicht drin, da kann ich auch gleich die Waren vernichten, verdienen tun wir da nix dran.

Heute macht Dänemark die Grenzen zu, die Fähre nimmt auf dem Weg runter von Kristiansand nach Hirtshals nur noch Dänen mit oder andere die in Dänemark wohnen, auf dem Weg hoch dürfen nur nordische Staatsbürger mit und die, die glaubhaft machen können, dass sie fest in Norwegen wohnen. Besuch ist also nicht mehr. Markus ist mit der letzten Fähre noch durch Dänemark gekommen und jetzt wieder zuhause.
Der Frachtverkehr läuft normal, aber eben keine Touris mehr. Die Fähre Kiel-Oslo ist bis auf Weiteres eingestellt. Flughäfen werden teilweise geschlossen und es werden nur noch die dringendsten Reisen durchgeführt.

Seit eben gelten die 1 Meter Abstand auch für Geschäfte. Ja super. Noch sind keine neuen Regeln für Kurzarbeit raus, aber kommt wohl Montag. Ich bin gespannt.
Ich habe eine Idee für ein virtuelles Quiltfest, habe also meine Warnung für Kurzarbeit erstmal wieder zurückgenommen. Mehr evtl. nächste Woche wenn ich dran denke. Schauen wir mal.

Aber das musste ich jedenfalls jetzt für später festhalten.

Ich habe regelemässig das Bedürfnis mich in den Arm zu kneifen, damit ich endlich aufwache. Morgen muss ich
– Modelle nähen
– das Budjett der Realität anpassen
– in meine Glaskugel gucken und mir überlegen, wie der Sommer wohl werden könnte
– entsprechende Maßnahmen planen, bzw Worst-Case-Szenarien durchgehen.

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