Abgelenkt

Wenn ich nicht dauernd während des Bewerbens auf andere Gedanken kommen würde, die sich so klammheimlich einschleichen, dann würde ich vermutlich auch nicht immer einen halben Tag für ein Bewerbungsanschreiben benötigen.

Das was ich jetzt schreibe, ist eigentlich eine Hausaufgabe aus dem Norwegischkurs. 🙂 Mein Lebenslauf ist jetzt immerhin zwei Seiten kürzer. Einfach mal die unwichtigen Dinge rausgelassen, die ich bisher
immer gar nicht unwichtig fand und die ich bloß nicht loslassen konnte.
Als ob sie nicht mehr da wären, nur weil sie nicht mehr im Lebenslauf auftauchen.

Jedenfalls möchten die Norweger lieber nur einen einseitigen Lebenslauf. Ich bin ja mal gespannt, was meine Dozentin dazu sagt. 🙂

Das Anschreiben ist dann wieder so eine Sache für sich, weil dabei muss ich soviel nachdenken und das bringt mich dann schnell mal in ganz andere Richtungen.

Heute Morgen hab ich mich ja mit dem Menschen von Manpower getroffen. Das ist echt ein super Netter und vor allem spricht der auch mal ehrlich und nicht immer so ein Schöngetue, bzw. Höflichkeitsgelaber.
Und er meinte, hier im Sørlandet sind die Leute einfach nicht an weibliche Tischler und Zimmerer gewöhnt. Womit er auf jeden Fall recht hat. Es ist nämlich hier eigentlich nicht viel anders als in
Deutschland. Es ist hier ganz öffentlich ein Problem, dass die Mädels im Sørlandet fast immer die traditionellen Fauenberufe wählen und selten ins Handwerk. Als Malerinnen sind sie wohl mal zu finden, aber mehr auch nicht. Wieso musste ich mir auch die konservativste Ecke des Landes aussuchen *seufz*.

Auf der anderen Seite hat er mich wieder mal gefragt, ob ich ihm nicht gute Handwerker aus Deutschland bringen kann, die er vermitteln kann. Vorerst halt für 1-3 monatige Projekte und dann kann man ja immer
noch schauen. Ob der Handwerker gut genug ist. Ob dem Handwerker das hier gefällt und er sich vorstellen kann hier länger zu arbeiten und dann eben auch Norwegisch zu lernen. Im Handwerk Arbeit zu finden ist
jedenfalls kein Problem.

Also, falls dies hier einE guteR arbeitsloseR MalerIn, Rohrleger, Gas/Wasser/Wärme, Klempner, sehr gute Zimmerer, Dachdecker oder Verschalungsbauer liest….vielleicht wird das was. Wichtig ist, dass sie zumindest Englisch können und sehr selbstständig arbeiten können. Im Sinne von alleine. Erfahrung ist also auch vonnöten.

Jetzt muss ich mal schnell gucken, wohin Kitty verschollen ist, die ist schon seit fast drei Stunden draußen und das ist noch sehr ungewöhnlich. Kann aber auch sein, dass sie gegenüber von der Terrasse
auf dem großen Stein sitzt und wartet, bis ich die Tür aufmache. Um dann wie der geölte Blitz über den Acker zu sprinten. Und zu hoffen, dass was im Futternapf liegt 🙂

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