Arbeitsmarkt und Bewerben

Ein hier in Norwegen arbeitender Maurer hat beim deutschen Arbeitsamt fuer seine Firma eine Suchanzeige aufgegeben. Dass diese norwegische Firma 2 Maurer sucht. Daraufhin trudelten ueber 100 Bewerbungen bei ihm ein und er hatte erstmal neben seinem normalen Arbeitspensum keine Zeit mehr fuer Hobbies, sondern war voll und ganz mit dem Abarbeiten der Bewerbungen beschaeftigt.

Wenn ich mich in Deutschland auf eine ganz normale Stelle als Innenarchitektin bewerbe, dann kann ich damit rechnen, dass ich gegen im Schnitt 80-120 Bewerbungen konkurriere.

Als ich noch im Steinhandel war, hatten wir auf eine Teilzeitstelle als Sekretaerin ungefaehr 60 Bewerbungen. In der Anzeige stand: Max. 50 J. und aus der Region. Das erklaert die relativ geringe Anzahl. Wobei ich mich nicht erinnern kann, dass wir dann jemanden eingestellt haben. Im Gegenteil.

Wenn in Deutschland gekuendigt wird, dann meistens fuer die Beteiligten ziemlich ueberraschend. Da ist nix mit gemeinsam Løsungen finden.

In Kristiansand wird das Briefsenter zu 2007 aufgeløst. Die Post hat sich adecco als Zusammenarbeitspartner genommen und gemeinsam wird geguckt, wer welche Qualis hat, wer noch welche braucht und welche. Die Schulungen zahlt die Post. Ein Teil der Leute ist bereits neu vermittelt. Hier wird also wirklich VERMITTELT. Aber das ist wahrscheinlich nur in einem Land mit wenig Einwohnern und einem florierenden Arbeitsmarkt møglich.

Im Gegensatz dazu ist die Bewerbungskultur hier ziemlich anders. Zuerst mal kommen in den seltensten Fællen Bewerbungen zurueck. Deswegen wird auch kein Foto mitgeschickt. CV, Anschreiben und evtl. Zeugnisse werden relativ formlos einfach in einen Umschlag gesteckt, manchmal sogar geknickt. Lebenslauf sieht eigentlich aus wie bei uns, darf aber auf keinen Fall mehr als eine Seite haben. Was mich erst in die schwere Krise ueberhaupt gestuerzt hat, dann aber zum grossen Kuerzen gefuehrt hat.

Das Anschreiben dagegen ist total anders. Viel viel persønlicher. Man schreibt unter anderem von den Interessen und was man so macht. Fand ich auch erst sehr schwierig, aber jetzt geht’s langsam. Wobei es eh schwierig fuer mich ist mit den norwegischen Bewerbungen. Von wegen Wortstellung.

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