ausbrennen

Okay, es ist gerade etwas weniger schön im Betrieb. Ein Teil meiner gemochten Arbeitsaufgaben wurde mir spontan entzogen und ein Teil weniger gemochter Arbeitsaufgaben verdreifacht. Mal eben so im Vorübergehen, ohne mal darüber zu sprechen. Nein, konfliktscheue Norwegerinnen sprechen nicht, sie schreiben freundliche Emails und teilen einem dann mit, man hätte da eine Mail geschrieben und ich sollte mir die doch mal angucken. Ob ich was dazu sagen sollte weiß ich nicht mehr, beim Lesen ist mir doch auch glatt die Sprache verschlagen worden.
Ja, ich weiß, dass ich gut in dem einen Teil meiner Aufgaben bin und lausig in dem anderen (weniger gemochten *gg*).
Aber in erster Linie bin ich pissig, weil man es nicht für nötig befunden hat mit mir zu reden. Man hätte mal fragen können, ob ich das auch so sehe (ja, klar) und ob und was wir zusammen tun können. Hätte dann verschiedene Änderungsvorschläge gehabt und bei völliger Nichtakzeptanz hätten wir uns dann immer noch einigen können, dass es das nicht ist oder ich die falsche Person bin oder was auch immer. Wäre ich nicht dran gestorben, immerhin komme ich aus einer anderen Branche als Vertrieb/Verkauf und hab damit eher wenig Erfahrung. Und weiß nun auch, dass Akquise eine Pest für mich ist.
Irgendwie haben wir uns wohl auch falsch verstanden. Für mich sah es so aus, als wäre meine Stelle neu geschaffen worden. Nachdem ich aber nun noch mal wieder meinen Arbeitsvertrag hervorgekramt habe komme ich eher zum dem Schluss dass sie der eigentlichen Stelle Aufgaben hinzugefügt haben. Hmpf. Alles mein Fehler also? Vielleicht eher meine Unerfahrenheit in solchen Sachen.

Janun, jedenfalls wahr ich sowas von perplex, dass ich Montag schon meine Kündigung in der Tasche hatte und sie lag den ganzen Tag neben mir. Abgegeben hab ich sie dann doch nicht. Ich wollte Montag einfach mal gucken, was so passiert, aber nee Abteilungsleiterin wie immer, kein Wort über die Mail verloren.
Kündigungsfrist ist für beide Seiten 1 Monat zum Monatsende, sind also jetzt noch gute 7 Wochen bis zum 31.10.
Ich bin ganz sicher, dass die Wahl zwischen gehen und gegangen werden liegt, konnte mich aber bisher noch nicht aufraffen mit der Chefin zu sprechen. Hab mich auch noch nicht entschieden, was ich besser finde. Einerseits bin ich zuversichtlich innen zwei Monaten eine neue Stelle zu finden, Arbeitnehmermarkt halt, gute Zeiten und meine nicht vorhandene Scheu vor niederen Jobs macht es einfacher. Ich kann auch wieder in der Post arbeiten oder von mir aus auch ein paar Monate an der Kasse sitzen, sofern der Lohn einigermaßen passt.
Aber das Deutsche in mir schreit erschreckt auf, kündigen ohne eine neue Stelle zu haben und wenn du dann nix findest kein Arbeitslosengeld.

Morgen habe ich ganz regulär (und vor langer Zeit abgemacht) einen Termin bei meiner Hausärztin. Eigentlich und bevor diese Mail kam, wollte ich sie bitten mich eine Woche krank zu schreiben, weil ich seit Monaten Sodbrennen und Kopfschmerzen habe, aber jetzt finde ich das eigentlich nicht gut nach der Mail, es sieht so nach Flucht aus. Ich kann echt nicht mehr klar denken und alles woran ich denken kann ist diese Email und Aufgabenänderung (es handelt sich dabei übrigens um die Anweisung 5 Stunden telefonische Kaltakquise jeden Tag, jeden Nachmittag 3 Kundenbesuche, damit ich mit diesem Budsjett bis Jahresende im grünen Bereich bin. Eine für mich nicht zu schaffende Aufgabe, selbst wenn ich wollte. Mir verkrampft schon der Magen wenn ich daran denke, ein echter Horror).

Ein Exkollege, älter und erfahren, meinte gestern ganz ruhig zu mir, dass es mir niemand danken würde, wenn ich mich jetzt noch ausbrennen würde. Hm. Mag ja richtig sein, bzw. ich weiß dass es vermutlich richtig ist….aber trotzdem quält mich ein schlechtes Gewissen. Mich lähmt dieses Budsjett, bzw der Gedanken daran schon seit Monaten, ich finde immer wieder andere Aufgaben um nicht Firmen aus den gelben Seiten zu picken und anzurufen.
Spätestens morgens um 10 Uhr hab ich Sodbrennen und spätestens um 12 Uhr Kopfschmerzen (letzteres hängt auch damit zusammen, dass wir die Fenster wegen der Lüftungsanlage nicht öffnen dürfen, mit dem Ergebnis der schlechten warmen nach Kunststoff riechenden Luft).

Najo, jedenfalls bin ich etwas platt und weiß nicht recht was tun, in jedem Fall nächste Woche mal reden. Ich muss mich nur erst soweit beruhigen und vor allem vorbereiten, dass ich nicht im Gespräch laut werde oder vor Wut und Enttäuschung platze. Ich will ja gar nicht im Streit oder Unfrieden gehen, ich weiß schließlich, dass das so mit den ursprünglichen Arbeitsaufgaben nicht zu 100% passt. Ist ja kein Beinbruch, sich dann zu trennen, wenns eben nicht passt oder sich die arbeitsaufgaben nicht anpassen lassen.
Aber die Art und Weise des Umgangs oder eher des Umgehens finde ich sowas von feige, DAS regt mich auf.

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