back in town

Es war trotz aller Unstimmigkeiten ein sonniges Minitreffen und ich bin ziemlich platt. Zuviel frische Luft. Wenn ich drei Tage am Stück im Freien bin, was ja beim Zelten unumgänglich ist, dann brauche ich
danach erst einmal einen Tag zum Erholen.

Zu der bereits überwiesenen Spendensumme von 322 Euro sind noch 77 Euro dazu gekommen. Ich bin sehr froh und überrascht und Regina hat sich sehr gefreut. Gern würde ich selbst noch etwas dazu tun, aber abgesehen davon, dass die Wohngeldstelle 146 Euro zurückhaben möchte, wartet überraschend eine Nebenkosten-Nachzahlung aus meiner alten Wohnung auf mich, von 70 Euro. Ich bin begeistert.

Als Ausgleich hat sich die Mühe mit den Ebay-Artikeln gelohnt, alle 48 Artikel – darunter meine komplette Madonna-Sammlung – sind verkauft und haben, wenn die Angabe bei ebay stimmt, einen Nettogewinn von knapp 300 Euro gebracht. Damit kann ich wenigstens den dringendsten Teil meiner Rechnungen zahlen.

Es reden ja immer die Leute von Geld, die keines haben. Mir ist es im Moment wichtig, dies hier aufzuschreiben, damit ich später weiß, wie es mir ergangen ist und wie ich mich dabei gefühlt habe.

Ich bin heilfroh, dass ich nicht nur ein reines Guthaben-Konto habe, sondern einen Dispo.
Meine monatlichen Einnahmen beschränken sich auf 670 Euro Arbeitslosengeld und 165 Euro, die ich angemeldet und offiziell dazuverdiene. Das deckt meine festen Ausgaben nicht. Ich gebe jeden Monat mehr aus als ich habe.

Dadurch, dass ich im Januar gar keine Einnahmen hatte und im Februar/März nur je knapp 400 Euro, sind alle Ersparnisse aufgebraucht, ebenso die Steuerrückzahlung. Selbst das, was ich mir zweckgebunden
seit Jahren in Kleingeld und Geschenken angespart habe, damit ich vor meinem 40. Geburtstag, also in 8 Jahren, mit dem Mini zum Nordkap fahren kann. Einmal um die Ostsee herum. Das war zwar nicht viel Geld,
tat aber am allermeisten weh. Richtig weh. Weil ich mir in einem Jahr 280 Euro an Kleingeld und Geschenken angespart hatte.

Für Februar und März habe ich je 146 Euro Wohngeld erhalten. Seit Ende April erhalte ich das Arbeitslosengeld, was bis Ende September gezahlt wird.

Danach bin hoffentlich in Arbeit in Norwegen oder hier in Deutschland, denn ich weiß bereits jetzt, dass die Arbeitslosenhilfe weniger sein wird als der aktuelle Sozialhilfesatz plus Miete. Was nur wieder
endlose Rennerei und vor allem Nerverei mit den Ämtern hier bedeutet.

Fakt ist: Ich bin fast 32, habe eine abgeschlossene Ausbildung, sowie ein abgeschlossenes Studium. Berufserfahrung im erlernten Bereich, abgesehen davon arbeite ich, seit ich arbeiten darf. Also von dem
typischen Zeitungsaustragen über diverse Servicejobs wie McDo oder im Kino, bis hin zu Lager, Verkauf und so weiter.

Ich packe da an, wo Bedarf ist und bin mir auch für keine Arbeit zu schade. Trotzdem tu ich mich scheinbar schwer, welche zu finden. Ich habe zwar Stellen abgelehnt, weil sie mir nicht passend erschienen und mir tut es auch jetzt nicht leid, dass ich abgelehnt habe. Es gibt Dinge,von denen weiß man vorher, dass sie nicht glücklich machen. Oder auch nur zufrieden.

Für viele Dinge, die ich durchaus machen würde, um einfach wieder arbeiten zu können, bin ich überqualifiziert und nicht erwünscht.

Wobei mir einfällt, dass ich neulich eine Stellenabsage erhalten habe, in der stand sinngemäß ‚Danke aber wir haben die Stelle intern vergeben.‘. Bei sowas treibt es mir die Tränen in die Augen, wenn ich
überlege, dass sich auf die Stelle schätzungsweise 200 Leute beworben haben. Wenn nicht sogar noch mehr.

Naja. Stand der Dinge ist festgehalten. Besser is.

Und jetzt räum ich mal das Schlafzimmer etwas aus, damit ich die Tage das Hochbett abholen kann.

Bis später.

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