Das Wochenende und Stimmungen

Ich habe ein super schönes Wochenende hinter mir und jetzt fühle ich mich seltsam leer und einsam.

Was vielleicht daran liegt, dass ich bis auf die wenigen Stunden Schlaf die komplette Zeit mit Torsten,
Ralf und Eike aus meinem Kurs verbracht habe.

Gestern Abend noch raus was essen und danach Kino. ‚Shrek 2‘ geguckt. Sehr gelacht, leicht verwirrt
gewesen, Shrek Teil 1 gefällt mir trotzdem besser, weil der Humor irgendwie ein anderer ist. Teil 2 sieht man doch sehr die Abrechnung mit Disney an. Ist aber auch recht nett. Kann man mal gucken.

Danach dann im strömenden Regen von einer Musikkneipe zu McDo zu einem Irish Pub gewechselt. Danach
Eike und Thorsten nach Hause gefahren und bei Thorsten noch Thailand-Fotos geguckt. Wir haben nicht dort weitergemacht, wo wir am Tag vorher aufgehört hatten, was ich persönlich sehr schade fand, denn ein bisschen knuddeln wäre mir ganz gut bekommen im Moment.

So wie ich das sehe, gehöre ich zu einer anderen Generation bzw. komme aus anderen ‚Kreisen‘ oder was
weiß ich, jedenfalls scheine ich etwas zu interpretieren, wo es nix zu interpretieren gibt oder ich mache mir einfach um zuviele harmlose Dinge einen Kopf. Zum Beispiel darüber wie es sich anfühlt betrunken zu sein und ob ich dann auch mehr als nur eng diverse Male mit jemandem tanzen würde, an dem mir nix liegt, bzw halt ‚einfach so‘. *verwirrtguck*. Naja, abgehakt. Fast. Ich würde das ja gerne noch mal ausdiskutieren als mir irgendwelche sinnlosen Gedanken zu machen, aber wie fragt man einen Jungspund, was er sich dabei gedacht hat, einen zu verwirren? Oder lasse ich lässig
ein ‚Bei euch scheint es üblich zu sein im betrunkenen Zustand…‘ oder so fallen. Alles total bescheuert und total überflüssig, weil ich ja nicht mal verknallt bin oder so.
Mir würde nur derzeit etwas körperliche Zuneigung in Form von Knuddeln und Knutschen ziemlichgut tun. Mehr will ich doch gar nicht. Aber ich kann das ja wohl schlecht sagen oder wie. Und noch weiter aufdrängen tu ich mich auch nicht, hab schließlich auch meinen Stolz und ich mach mich doch nicht zum Affen.
Naja, ich versuche, dies aus meinem Sinn zu verbannen und mich wieder auf das Wesentliche, nämlich
meinen Norwegischkurs, zu konzentrieren.

Heute unser Ausflug zur Nordsee zu viert war sehr lecker. Gutes Wetter mit Sonne, Wolken und viel viel
Wind. Nach 5 Stunden Schlaf in zwei Minuten von ‚Ich bin gleich bei dir, kommst du runter‘, aufstehen und anziehen. Dann Landstraße, Eike holen, Landstraße, Ralf abholen. Noch mehr Landstraße und vorerst Regen.

Dann Husum im durch- und drumrumfahren und Ebbe, wie immer wenn ich an die Nordsee fahre. 500 m gehen bei
ziemlich Sturm. Für mich Freiheit. Auf einer Bune bis an die Spitze balancieren über mit Muscheln und Algen bewachsenen Findlingen, an der Spitze stehen und sich den Wind um die Nase wehen lassen. Salz atmen. Das ist für mich der absolute Ausbund an Freiheit. Erholung. Schlagartiger Entspannung und ein Lächeln auf den Lippen.

Weiter auf der Landstraße, schon Sonne, St. Peter Ording. Fahr ich nie wieder hin. Halsabschneider. 3€
Parken und dann noch (ohne Warnschild vorher) direkt am Zugang zum Traumstrand um 2,50 € Kurtaxe erleichtert werden. Raubrittertum.

Und dann DER Strand. Auflaufendes Wasser mit ordentlich Wellen, endloser weißer Sandstrand.
Schuhe aus und im Wasser waten. Dabei natürlich die Hose leicht nass geworden. Jungz stehen bloß am Rand rum. Mir egal, ich brauchte das einfach. Nordseefeeling halt. Wellen. Wind. Sonne. Wasser an den Füßen.

Weiter gefahren und in Dagebüll noch kurz die Fähre geguckt. Noch mehr Wind und endlich komplett
Flut. Kein Strand mehr in Sicht. Danach dann noch ein Pfund Erdbeeren geteilt. Reife süße rote. Und jetzt ziemlich erschöpft zu Hause. Auch wenn ich noch Stunden neben Torsten hätte sitzen können und mich in der Gegend rumfahren lassen 🙂

Ich finde die Vorstellung, dass das für die Jungz jetzt ne echte Sight-Seeing-Tour war, ziemlich merkwürdig. Ich fühle mich bei weitem Land und den hier üblichen roten Klinkerhäusern fast wie zu Hause in Oldenburg und Küstengegend. Derweilen Torsten aus einem ‚Jeder-kennt-jeden‘- Dorf zwischen Bamberg/Coburg in Süddeutschland kommt, Eike aus Moritzburg bei Dresden ist und Ralf aus Sachsen kommt. Für die ist das neu und ungewohnt. Und für mich eben zu Hause.

Nächstes Wochenende wollte ich eigentlich hier bleiben, kann mir jedoch ein einsames Wochenende hier
allein nicht so ganz vorstellen. Ich glaub, das halte ich nicht aus. Die drei fahren nämlich nach Hause und dann bleibt kaum noch jemand übrig, mit dem ich hier was machen wollen würde. David noch, der dieses Wochenende heiratet. Da ist aber noch nicht klar, ob der hier bleibt. Diana ist mir einfach zu anstrengend. Da ist ja nichtmal ein nettes Gespräch unter Frauen möglich, die hat eine etwas herablassende Art. Und die anderen Jungz sind eigentlich fast immer nach Hause. Und ich war ja eben heute schon mit den besten dreien unterwegs 🙂

Vorhin hatte ich die spontane Idee, ich könnte das WE auf ner Insel verbringen. Die Fähre nach Föhr
kostet zu Fuß 10 Euro hin und zurück. Nach Hannover mag ich nämlich eigentlich nicht ,obwohl ich die Katzen gerne mal wieder sehen würde. Aber ich mag eigentlich Ex-Thorsten nicht so recht über den Weg laufen. Und sonst ist eben kaum jemand da, mit dem ich mich zum Schnacken treffen könnte. Ich würde
bestimmt nur Heimweh kriegen. Nach den Bremern oder meinen Eltern. Aber zu meinen Eltern will ich auch nicht. Eigentlich will ich mit meinem Alltagsleben gerade gar nix zu tun haben. Pure Ignoranz aller
Probleme und dem Laufenden. Ich seh euch nicht und ihr mich dann auch nicht.

Ich würde gerne nur jeden Tag Freunde treffen und reden, reden, reden. Das fehlt mir hier nämlich
gerade ein bisschen. Das ich nicht weiß was ich will und wohin ich will. Darüber, dass mir ständig neue Dinge gut gefallen, die ich verwirklichen will. Mir fehlt ein echter Lebensinhalt. Aber bevor ich es jetzt hier bringe, mich selbst mit Worten wieder völlig am Boden zu zerstören, obwohl ich ein paar sehr nette Tage hatte, und das nur weil ich total übermüdet bin und überfrachtet mit Eindrücken und verwirrt ob menschlicher Verhaltensweisen, mach ich doch besser den Schlusspunkt und nehme mir die ‚Zeit‘ zum Lesen, was zu trinken und eine Türe Chips.

Und ignoriere noch etwas das Leben um mich herum. An dem ich gerade überhaupt nicht Teil haben möchte.
*verbuddel*

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