Der Brief und kein Strom

Ich breche mir gerade die Finger bei einem norwegischen Brief. An unsere Haus-Noch-Vor-Besitzer. Von wegen der Feststellung, dass ja nun dann Übergabe 1.3. ist wie im Vertrag steht und wir ihnen ein einmonatiges Mietverhältnis anbieten können.
Norwegische Briefe sind schon damit beginnend schwierig, weil es keine Anrede für offizielle Briefe gibt. Bei privaten kann man mit ‚Hei‘ oder ‚Liebe/r‘ beginnen, aber es gibt keine Entsprechung für unser schwer höfliches ‚Sehr geehrte Damen und Herren‘. Blöd.
konnte mich aber dann zu einem ‚Danke fürs Gespräch‘-Anfang durchringen. 🙂

Den Brief will ich morgen bei uns im Kontor korrigieren lassen. Von wegen Rechtschreibung und ob ich das so sagen kann.

In der Firma war meine heutige halbstündige Verspätung bedeutungslos, weil wir nämlich gute 6 Stunden keinen Strom hatten und alle bei Kerzenlicht im Aufenthaltsraum saßen.
Es hat in Vennesla gute 10 cm geschneit, in Vatneström waren es dann schon 20 cm. Fieser nasser glatter Schnee.
Solange es dunkel ist, kann man eh nix machen. Für heute war dann wohl scheinbar eh Umstellung angesagt, also Umbau und Aufräumen für neue Produktionslinie. Ob sie nun einfach den Stromausfall genutzt haben, weil sich dann keiner mit was Anderem Wichtigen rausreden konnte oder das eh angesagt war… keine Ahnung. Wir sind ja eher weniger informiert. Schlechte Politik, aber mir doch egal. Ich lasse es natürlich nicht, spitze Bemerkungen zu machen darüber. Wenn dann Umplaner und Chef meinen, wir könnten jetzt unsere ‚vorübergehenden Arbeitsplätze‘ aber nicht so hinbasteln wie die alten waren, weil wir müssten ja mitdenken und das alles anders machen. Daraufhin hab ich dann ziemlich deutlich kund getan, dass das wesentlich einfacher wäre, wenn man mal einen Blick auf die Zeichnung tun könnte, wie das denn ÜBERHAUPT hinterher geplant ist und funzen soll. Weil uns erzählt ja keiner was. Mein Chef hat daraufhin nur gegrinst und der Umplaner erstmal mit Edding auf Schmierpapier aufgemalt, was da passieren soll.

Endlich konnte ich dann nach Herzenslust mal entsorgen und wegschmeißen. Wir haben Bergeweise Holzreste verbrannt vor und hinter der Fabrikk. Wozu natürlich keine Erlaubnis haben, aber sieht ja keiner *rollwech*. Darunter dann auch MDF, sowie unsere Sandwichplatten mit Styropor dazwischen. In D wär erstmal alles fein säuberlich getrennt in verschiedene Container. Bei uns wird alles gnadenlos verbrannt. Traurig aber wahr.

Das Mobilnetz ist auch komplett zusammengebrochen, bin ja mal gespannt, was morgen in der Zeitung steht. Strom gab’s dann ab 14 Uhr wieder. Genaugenommen habe ich heute sehr leicht mein Geld verdient.

Unser Vermieter hat natürlich noch nicht die Einfahrt frei geschaufelt. Aber Ralf steht eh unten mit dem Auto und ich bin gerade noch so mit Allrad und Spikes hochgekommen. Schon was Feines so ein Auto.

Da mich heute schon wieder jemand gefragt hat, ob ich überhaupt noch schreibe, kann ich nur sagen, dass ich mich bemühen werde, wieder mehr und regelmäßiger was hören zu lassen. Und eh wird alles besser, wenn dann nächste Woche der Sprachtest vorbei ist.

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