Deutsche Sprache – schwere Sprache

Ja, da geht er hin, mein deutscher Sprachschatz…
Solange ich mich noch dabei ertappe, ungeschickte 1 zu 1 – Übersetzungen zu machen – wohlgemerkt nicht mehr vom Deutschen ins Norwegische sondern andersrum -, solange ist ja noch alles halbwegs in Butter. Aber viel schlimmer sind ja die so dahingeschriebenen, die ich nicht bemerke.
Wie im letzten Text halt das norwegische Verb ‚reklamere‘, welches für ’sich beschweren‘ und ‚werben‘ steht. Aber entweder-oder halt. Ich kann nicht, wie mir passiert, ‚reklamieren‘ für ‚werben‘ benutzen.

Ein weiteres von mir neulich gebrauchtes Wort ’nedlagt‘ – ’niedergelegt‘ statt ‚eingestellt‘.

Eigentlich erschreckend, wie schnell ich meine Muttersprache vergesse. Ich bringe jedenfalls sehr viel mehr Verständnis dafür auf, wenn Leute aus dem Ausland wiederkommen und irgendwie komisch sprechen.
Nicht nur, dass man ja die Sprachentwicklung der Alltagssprache nicht mehr mitbekommt und quasi auf einem ‚Tag der Ausreise‘-Niveau hängenbleibt, auch dass gerade beim Norwegischen altertümliche Worte Einzug halten oder man anfängt, sich leicht verschwurbelt auszudrücken.
Eine ehemalige Freundin von mir benutzt das alte Wort ‚Kondukteur‘ für Schaffner, vermutlich gibt es mittlerweile nicht mal mehr Schaffner in deutschen Zügen, nur noch Zugbegleiter?

Dazu fällt mir folgendes Buch ein. ‚Der? Die? Was? – ein Amerikaner im Sprachlabyrinth‘. Ein Ausländer streift durch die deutsche Sprache, sehr schön.
dabei sehe ich gerade, dass es nun einen zweiten Teil gibt,den muss ich doch gleich mal auf der Wunschliste einpflegen.

Womit wir dann wieder da wären, wo ich gestern schon mal war: wohin mit den noch zu bekommenden Büchern *lol*.
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Kommentar:

Geschrieben von schneemaennchen Mo, Oktober 05, 2009 17:49

kann ich gut nachvollziehen. ich red zwar jeden tag deutsch daheim, aber eben mit nem finnen, der das deutsche teilweise etwas eigenwillg anwendet. und ich ertappe mich oft, daß ich seine formulierungen benutze – zum glück bis jetzt nur ihm gegenüber. das hilft ihm natürlich nicht, es richtig zu lernen, und ich muß bald höllisch aufpassen, daß ich das nicht bei meinen deutschen freunden und verwandten benutze.
das ich manchmal heftig nach einem deutschen wort suchen muß, weil doch schon eher das finnische oder im zweifel das englische auf der zunge liegt, komm erschwerend hinzu.
und das nach gerade mal vier jahren. wo soll das nur hinführen 😉
lg
schneemaennchen

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