Die Maus in der Pfanne

Genau so sitze ich gerade im Zelt.
Mit dem Computer auf dem Schoß und der Maus in der kleinen Campingpfanne, das Einzige was gerade greifbar und stabil genug zum Arbeiten ist.
Ich bearbeite nämlich Fotos vom Shop und das geht ohne Maus nur mühsam.

Heute 300 NOK für 2 Nächte Zelt abgedrückt, sehr günstig.
Außerdem meinte der Platzwart, er hätte heute morgen an mich gedacht, seien es doch die Nacht nur 2 Grad plus gewesen. Ob ich denn geschlafen hätte.

Doch, eigentlich ziemlich gut. Bin einmal wach geworden, weil irgendwie die Fleecedecke (der Luxusfleece, den ich dem Mann geschenkt habe) ziemlich feucht war, da wo ich halt hingeatmet hatte.
Und dann irgendwann gegen halb 7, als es langsam hell wurde und ich eigentlich auf Klo musste, konnte es aber bis 8 Uhr und wärmeren Temperaturen wegdrücken 😀

Ich bin hier die Einzige die zeltet, logisch, der Platz hat Sonntag erst wieder aufgemacht, es sind ein paar von den festen Bewohnern da, ein paar Niederländer Rentner und dann noch zwei Handvoll ‚Reisende‘ wie der Platzwart die Leute so freundlich nannte. Es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit um englisch-irisch-rumänische Steinsetzer und Asphaltleger, die den Sommer über durch’s Land reisen und überall den Leuten ihre unversteuerten garantiefreien Dienste anbieten.

Mein Nähmaschinenkurs heute war gut, die generelle Einführung auch nicht schlecht, wusste ich z.B. nicht, dass oben beim Aufspuelen auch noch mal ein Fadenspanner in der Führung sitzt. Wahrscheinlich dafür verantwortlich, dass die ein oder andere Spule viel zu lose gespult ist, bisher hatte ich den Faden von S&S dafür verantwortlich gemacht. Muss ich mal ein Auge drauf haben.
Außerdem haben wir ein Stück ‚Heirloom‘ hergestellt, wie auch immer sich das auf deutsch nennt.
Dazu einen Ziersaum gemacht, dann links und rechts davon einen programmierten Saum, bestehend aus Blume und Blatt. Dabei den Plastikfuß mit den Flügeln benutzt, der rote Markierungen hat. Damit den Abstand gehalten.
Dann 4-eckigen Saum gemacht und dort ein Satinband eingzogen mit ner langen Nadel.
Dann links und rechts davon mit einer ‚ving-nål‘ – hm…Flügelnadel? – traditionell aussehende Lochstickerei gemacht. Völlig faszinierend, die Nadel möchte ich echt gerne haben, mein Arbeitgeber verkauft sie leider nicht.

Einem zweiten Stück weißen Leinen auch unterschiedliche Nähte verpasst. Mit Zwillingsnadel 2mm, einem Stück Stickgarn und dem Biesenfuß mit passender Spulenabdeckung mit Federchen dran für die Garnführung drei Biesennähte gemacht. Sehr schick.
Dann links und rechts davon von links genäht mit irgend so einem Super Floss Faden, der lose aus der Unterfadenspule hängt und nicht durch die Federspannung geführt wird. Ein Stich, der so kleine französische Knoten näht, miteinander verbunden.

Beide Stoffstücke haben wir dann mit einer Zierbort miteinander verbunden.
anspuchsvoll, aber ne gute Einführung.
Mit den programmierbaren Schriften und Säumen, dass muss man echt üben.
Einmal zum nicht vergessen und weil es so viele Möglichkeiten gibt.
Stiche spiegelverkehrt zu machen oder in sich zu verlängern. Mit automatischem Fadenabschneiden zwischendurch oder ohne.

Mit in dem Kurs waren auch die zwei von Quilteglede die hab ich auch schon in Tromsø gesehen, die konnten sich auch an Quiltekunst erinnern :-).
Und eine von Quiltefryd und eine noch aus Bergen, die haben eine Hütte in Kragerø, von da aus ist sie gefahren. Und eine von einem Nähmaschinensenter.

Ich gedenke das Biesenfußset und die dazu passenden Spulenabdeckungen zu erwerben, außerdem ein Kreislineal, mit dem kann man seine Ziernähte im Kreis nähen, sieht unglaublich toll aus, hab erstmal Test an einer Elna gemacht.
Und morgen beim Overlock-Kurs, auf den ich mich auch schon ganz dolle freue, werde ich die zwei Zubehörsets dort ausprobieren und gucken ob ich eines davon mitnehme.
Ach ja, und ich darf nicht vergessen, einen Stapel vom Symagasinet für unseren Laden mitzunehmen.
Und geschenkt bekommen hab ich auch noch was, es gibt nämlich mit dem diesjährigen 90-Jahre-Janome-Jubiläum eine Unterspulboks mit roten Spulen.
Sag ich zu Henning – dem Vertriebschef ‚Cool, haben wollen‘, so im Scherz.
und da kommt der doch glatt und drückt mir eine in die Hand. Und ich frag natürlich gut erzogen, was er denn von mir kriegt.
Sagt er: nix, meine Eigeninitiative – also auf eigene Faust zum Kurs zu kommen und Fahrt/Übernachtung zu zahlen – müsste belohnt werden 😀 *freu*.
Und Spulen kann man ja nie genug haben, irgendwie ist nie der Faden drauf, den man so braucht.

Langsam lerne ich auch mehr über die unterschiedlichen Fadenqualitäten.
Es gibt schon nette Nähgarne. ich möchte voll viel ausprobieren, wenn ich wieder zuhause bin. Aber die Zeit wird eh nie reichen.
ich hab außerdem noch voll die Ideen, was ich gerne machen würde, z.B. in Zusammenarbeit mit Rannveig/Lise, aber ich glaub nicht, dass die das wollen. Wobei ich ja auch noch nicht gefragt habe. Aber kommt Zeit…

Hm..der Akku von meinem Laptop ist echt ziemlich tot. Noch 10 Minuten dann ist schon wieder Feierabend. Dabei liegts nun wirklich nicht an zuviel Wärme *lol*. Eher an zuviel Kälte.

ich denke, ich checke doch noch mal mit Dell, was ein neuer Akku kostet. Wenn’s nicht mehr als 1500 NOK ist, dann lohnt es sich vielleicht doch noch, mal zu investieren, statt nen neuen.
Ich will nämlich dann auch wieder einen, der ein paar Stunden länger läuft und widerstandsfähig ist und vor allem keinen glänzenden schirm – total idiotisch – und die gibt’s nun mal nicht für ein paar hundert Euro umme Ecke.
Ich glaub, sind eh nur noch die Proffgeräte, die man mit mattem Schirm kriegen kann.
Und es soll dann auch wieder in der Größe 13-14 Zoll sein, nicht zu schwer natürlich 🙂
Entweder wieder ein Dell, obwohl ich da die Platzierung des Akkus – sofern nicht mittlerweile geändert – bei den Latitudes nicht so den Bringer fand. Oder gerne gerne auch ein Nachfogler meines geliebten Samsungs von damals…aber ich meine, die haben alle Glanz am Schirm. Bah. ich will mich nicht spiegeln, ich will damit arbeiten. Und spielen :-).

Jetzt wird’s langsam wieder kalt, auch wenn die Wärmflasche zwischen meinen Füßen schön warm ist.
Aber Nase und Finger halt…
(Und ja, ich habe tatsächlich den Wasserkocher und die Wärmflasche mit zum Campen genommen. :-))
(Generell sah es im Auto eher nach Winterexpedition aus als nach normalem zelten, aber ich muss gestehen, entweder werde ich wirklich langsam alt und verweichlicht, oder aber ich habe in D nie bei Temperaturen unter +5 grad gezeltet).
(In jedem Fall schwelge ich seit gestern in Mini-Erinnerungen. Und ich möchte bemerken, dass ich das Zelt in einer knappen halben Stunde alleine aufgebaut habe, obwohl das letzte Mal schon knapp 2 Jahre her ist. Allerdings roch es im Inneren des Zeltes dann auch nach 2 Jahre im Keller gelegen und die Reißverschlüsse waren etwas korrodiert….
Ich hlaub, ich möchte gerne öfter mal wieder zelten.
Und gerne vor der Hauptsaison, es ist nämlich erträglich von der Lautstärke her. Und für mich alleine ist im Zelt auch viel Platz *rofl*.
Wenn der Mann mit will, dann könnte ich mal in ein Neues investieren. Mal gucken. Ist erstmal ja nicht so aktuel, wage zu bezweifeln,dass ich im Sommer zu viel was anderem als arbeiten Zeit habe.

Und ach ja, Mama, ich komm dann doch mal kurz zu deinem Geburtstag, nur schon mal so als Ankündigung. nicht, dass du dann vorher so gefrustet bist, dass ich nicht komm 😉
Werde mein Feriengeld dafür aufbewahren.
Vielleicht kommt der Mann mit, vielleicht kommen wir dann mit dem Auto und vielleicht nehmen wir dann die Tür gleich mit und kaufen noch mehr von dem leckeren mittelalten Gouda vom Famila 😀 Der ist nämlich schon fast alle…dabei war das ja nicht wenig, was wir mitgenommen haben davon.

hier auf dem Campingplatz gucke ich auf den Fluss der Drammen teilt und generell ist diese Stadt ziemlich unübersichtlich, es sei denn es lag am Feierabendverkehr und der Tatsache, dass ich mich hier vooll den Norwegern angepasst habe und nur so ca. gewusst habe, wo ich eigentlich hin musste.
Bloß, dass ich kein Navi habe. Aber es hat ja geklappt und ich find hier nun auch immer wieder hin.
Den Laden der Kollegen hier in Drammen habe ich mir auch angeguckt, wenig inspirierend, eher Chaos und schäbig. Bei uns ist’s schöner. 🙂
Also ein netter Arbeitsplatz ist das nicht finde ich. Außerdem haben die so winzige Einkufswagen, da passen ja kaum Rollen rein.

So, ich ess jetzt noch den Rest Schokolade und lese mein englisches Buch zuende und dann ist Feierabend, weil Akku vom Laptop alle und kein weiteres Buch mehr mit. Snakkes.

Montag, 2.5.11, kl. 20.30-20.53

Ich freue mich schon morgen auf den Overlock-Kurs.

2 Kommentare

  1. Hallo liebe Britta!
    Ähm…..warum hast du bei dieser Temperatur im Zelt übernachtet???Ich glaube dir, dass du in alten Mini Zeiten geschwelgt hast-irgendwie fehlt einem das doch ab und zu noch-auf jeden Fall war’s ne tolle, nicht missende Zeit!!!
    sonnige Grüße
    ik drück dich
    Bine

  2. hallo mein kind,
    ich freue mich ja riesig, dass Ihr kommt.
    liebe grüße