Donnerstag, 07.08.2003 21:23

Zwei Tage Sendepause. Gestern, ohne den Rechner auch nur anzumachen. Vorgestern mit Informationssuche über Glasfischer verbracht, alldieweil ja morgen früh mein Vorstellungstermin ist.
Heute das erste Mal den neuen Nebenjob ausgeübt und ein bisschen telefoniert.
Ach ja, falls noch nicht erwähnt, ich arbeite jetzt nebenbei für eine Dating-Line. Um es mal so zu sagen: unendlich viele bekloppte Männer rufen auf 0190-Nummern oder den dann gesagten Mobilnummern an, um sich mit Frauen zu verabreden. Die sich natürlich nie mit ihnen treffen werden, weil sie alle für den Anbieter arbeiten. Laut Aussage der Teamerin gibt es davon ca. 80% Anrufe, 18 % sind Stöhner und 2 % wollen echt nur labern. Eh sach mal, ist das nicht der Hammer? Mittlerweile arbeiten allein für diesen Anbieter ca. 2000 Frauen. Die alle genug zu tun haben, weil Männer mit dem Schw*pieps* denken und nicht bis drei zählen können. Also, ihr Lieben, macht mir bitte nicht meine schlechte Meinung über Männer zum Vorwurf, die tun immerhin was dafür *ggg*.
Najo, der erste Anrufer hat mich sofort abgesägt, weil ich von der Teamerin nicht mitbekommen habe, wer ich eigentlich bin. Also, die sagen dann z.B. Xy, 40, blond, München. Xy ist der Anrufer und für den bin ich dann blond und 40 und aus München. Ich glaube, ich war verheiratet, hab das aber nicht mitbekommen und meine Antwort auf seine Frage war dann leider wohl falsch.
Für den zweiten Anrufer war ich dann um die 60, mollig und aus München. Gar nicht mal so einfach, diese Lebenserfahrung vorzutäuschen *lol*. Und wie erkläre ich meinen norddeutschen Dialekt? Najo, den hab ich dann schon etwas länger in der Leitung halten können, bis der aufgelegt hat. Mir genau erklären lassen, was ein PC-Techniker so macht hat ihn einige Minuten gekostet. Dumm tun hilft immer 😀
Der dritte war ein junger Mann um die 30, mit dem ich bestimmt ne viertel Stunde gesabbelt habe. Nach guten 10 Minuten rückt er damit raus, dass er verheiratet ist und mich unbedingt treffen will. Die restlichen 5 Minuten hab ich mit abwimmeln verbracht und ich bin seinem Schwager unendlich dankbar, dass er an der Tür geklingelt hat und wir dieses Gespräch beenden konnten.
Mädels, also, traut nie nie euren Ehemännern. *g*
Jedenfalls hab ich danach erstmal genug gehabt. Hatte ich mir doch irgendwie einfacher vorgestellt, die Jungens am Reden zu halten. Denen muss man ja echt alles aus der Nase ziehen. Mal schauen, Übung macht ja bekanntlich die Meisterin. Und zum Glück kann ich alle doofen Fragen aufschreiben, auf die ich keine Antwort weiß und hab nächsten Freitag einen Termin zum ‚betreuten Telefonieren‘, wo ich dann einer Teamerin alle Fragen stellen kann.
Übrigens, ja ich werde danach bezahlt, wie lange ich die Jungens in der Leitung halten kann. Quasi gestaffelte Minutenpreise, je nach Gesprächsdauer-Schnitt. Auch sehr unübersichtlich, macht das selber ausrechnen schwer, aber ich guck mal, was so an einem Monatsende dabei rum kommt. Entweder es lohnt sich oder es lohnt sich nicht.

Ansonsten hab ich heute den ersten Anlauf der Wohnungsrenovierung genommen. Hm. Nicht sehr erfolgreich. Habe beschlossen, dass ich das Anschleifen der Türrahmen so dermaßen ätzend finde und mühselig, dass ich mir jetzt morgen irgend woher einen Heißluftfön organisiere, im Zweifelsfall kauf ich einen, und dann kommt die Farbe komplett ab. Weil, nachher hält der Lack nicht auf dem Gammel und dann is auch doof.

außerdem ist Morgen früh das zweite Gespräch. Und ich hab noch nicht so wirklich Ahnung, was die on mir wollen, diesmal ist’s der Geschäftsführer (letztes Mal der Niederlassungsleiter) und noch jemand, ich vermute Personalleiter (letztes Mal ein nettes Mädel aus der Personalabteilung). Zu Personalleitern hab ich ja nach der Tengelmanngeschichte ein leicht gestörtes Verhältnis, aber es kann nur noch besser werden, anch dem blöden Jungschnösel damals.

Neues aus ‚cantera‘-town: Heute lag ein fetter Packen Transportrechnungen und so’n Geraffel auf meinem Platz. Auf meine Frage ‚was issn das‘ kam die Antwort ‚Rechnungen‘ (ach, sach bloß) und auf die Frage ‚was soll ich damit‘ die Antwort ‚ prüfen und nachberechnen. Kollege is ja nicht da.‘
Ich mein, hallo?? Seh ich so aus, als hätte ich von sowas irgendwie auch nur den Ansatz eines Plans? Wie prüfe ich Transporte auf ihre Richtigkeit, wenn ich a) nichts von diesen Transporten weiß b) nicht weiß, welche Summen ausgemacht waren und überhaupt.
Gut, dass ich niemals nicht auf die Idee gekommen bin, eine kaufmännische Ausbildung zu machen, die hätten mich in den Wahnsinn getrieben. Oder etwa BWL zu studieren.
Sehr erheiternd auch die Buchhaltung bei solchen Geschichten. ‚Mir fehlt da die grüne Rechnung‘. Na und? Is mir das wohl sowas von egal?
Oder neulich, da ist das System abgestürzt, wir konnten Stunden nichts am Rechner machen. Als wir dann was machen durften, hieß es, alles was wir machen, wäre am nächsten Tag wieder weg, weil die alte Sicherung aufgespielt werden würde.
Soweit so gut, die Anweisung hieß, alle Rechnungen von dem Tag noch mal in der gleichen Reihenfolge eingeben, damit die dann die gleichen Nummern wie beim Kunden haben. Hat natürlich nicht geklappt, ich habs vergessen und hatte dann quasi eine Rechnung mit einer Nummer, die es schon mal gab. Naja, ich mein, was ist daran so schlimm. Heftet man eben zwei Rechnungen mit der gleichen Nummer hintereinander. Aber nein, voll der Terror in der Buchhaltung, weil es könnte ja sein, dass der Kunde die Rechnung beim Finanzamt einreicht und das dann wieder das diese Rechnung bei uns prüft und dann is watt los. Ich mein, wie realistisch ist denn sowas? Kann halt mal passieren. *augenverdreh*. Nix für mich.

Weiteres: Gestern habe ich die Tatsache, dass ich Mietkaution hinterlegen muss, die ich absolut nicht habe, dazu genutzt, den Senior auf diese Situation hinzuweisen und dass es nett wäre, wenn wir dazu mal wenigstens einen Teil meiner Umsatzbeteiligung auszahlen könnten. (Die ich noch kein einziges Mal erhalten habe!).
Sein Spruch: ‚Naja, das ist doch mal eine Aussage‘. Hä? Manche Menschen sollten in Rente gehen.
Heute stand er dann mit dem Oberbuchhalter am Kopierer und hat den Großzügigen gegeben und Oberbuchhalter sollte doch *schwafellaberblabla* also nun Umsatzbeteiligung auszahlen.
Ich glaub das ja erst, wenn ich das Geld in den Fingern halte. Und zwar bar, auch wenn das für umständlich ist, weil muss ich ja irgendwie wieder einzahlen.

Nette Sachen passieren ja auch, aber die lohnen den Aufwand nicht hier festgehalten zu werden. Nette Kunden, nette Aufträge für die man nicht viel tun muss. Nette Beratung irgendwann gemacht und die Kunden kommen irgendwann tatsächlich und kaufen.
Oder der Mensch, dem wir eigentlich zu teuer waren, aber die Konkurrenz muss wohl wieder mal sowas von unfreundlich und unkooperativ gewesen sein, dass er doch wieder zu uns gekommen ist und gekauft hat.

Zo. Nu aber finito, weil ich muss mich noch etwas in das bevorstehende Vorstellungsgespräch vertiefen.
Bis die Tage.

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