Donnerstag, 19.08.04; 21:10 h

Schon wieder ein paar Tage rum. Fütter auch fleißig das Papiertagebuch mit buntem Allerlei. Gut, dass ich das mitgenommen habe.

Hier verliere ich langsam den Überblick über das, was öffentlich ist und das was zum privatem gehört.

Eben ist mein Telefon abgestürzt, weil sms-Speicher voll. Hab alle von Ralf archiviert. Ähm, 63 Stück in 8 Tagen. Ist das viel? Für mich schon. Soviele schreib ich sonst in drei Monaten nicht.
Unglaublich. Aber telefonieren sprengt einfach den Rahmen. Da liegt der Preis bei 33 cent die Minute umgerechnet. Dafür kosten die sms-en eben nur 10 cent statt 20, wie bei meinem deutschen Netz. Najo.

Habe im übrigen genau 2 Wochen gebraucht, um die ersten 200 Euro hier zu lassen. Leben ist schon nicht billig, umrechnen bei Lebensmitteln spar ich mir, suche nur das günstigste raus. Und hab für die warmen
Mahlzeiten ja auch ein bisschen Vorräte mitgebracht.

Getankt hab ich heute für 1,15 Euro, was vermutlich fast günstiger ist als in Deutschland.

Immer gerechnet mit dem letzten aktuellen Währungskurs von 8,33 Kronen auf einen Euro.

Über die letzten zwei Arbeitstage verliere ich lieber kein Wort. Gestern kurz davor gewesen, die Brocken hinzuwerfen und die Fähre nach Hause zu buchen. Das Gefühl, furchtbar langsam zu sein wird übermächtig und ich fühle mich unter Druck gesetzt, den ich vemrutlich selber mache.

Ich hasse es wie die Pest, ganz alleine zu arbeiten. Øivind ist nämmich seit Mittwoch nicht da. Ich bin bei meiner ganzen Arbeiterei irgendwie nie alleine zuständig gewesen. Bei Glasfischer und cantera waren wir mindestens zu zweit, selbst Samstags. Im Kino zu zweit, bei allen anderen Jobs eher noch mit mehreren. Aber so ganz alleine vor mich hinmuckeln, ohne Ansprechpartner, ohne jemanden zum
Anfassen: Echt ätzend. Macht mich furchtbar unglücklich und ich fühle mich schwer gestresst dabei. Und immer dieser Druck, dass ich es eigentlich gerne Grete und Øystein recht machen möchte und dieses ‚litt uselvstendig‘ verfolgt mich geradezu. Und der Berg an Arbeit, der da noch kommt, den Grete mir gestern nach Feierabend noch aufgedrückt hat, der erschlägt mich jetzt schon. Gruselig. Ein Schritt nach dem anderen wäre mich lieber gewesen. Und außerdem ist damit die Hoffnung, dass ich irgendwann noch mal raus komme, auf den Bau, echt gestorben. Ich werde in dieser Ausstellung kläglich eingehen. Argh. Gruselige
Aussichten.

Da ist Ralf doch ein Lichtblick am Ende des Tunnels und ich werde diese 6 Wochen Praktikum durchstehen, auch wenn es mir den letzten Nerv raubt.
Vielleicht hab ich auch nur den ersten kleinen Heimwehanfall. Nein, eigentlich nicht. Bloß das Gefühl des völligen Überfordert seins. Schaun mer mal.
Rückfahren geht immer, auch wenn ich erstmal wohnungslos bin dann *ggg *

24.9.04 16:08 (hochgeladen bei 20six)

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