Ein totes Zelt

Im Mai 2002 oder vielleicht auch Juni trennten der damalige Freund und ich uns. Auf dem Internationalen Minitreffen in Schottland welches wir mangels Zeit und Geld mit dem Flugzeug und Leihauto besuchten – Freunde liehen uns ein Zelt. 
Endlich kann man nur sagen, denn die Monate davor waren ein verzweifelter Kampf ob wir noch wieder zusammenfinden könnten oder nicht. Es war definitiv ‚oder nicht‘. Wegen einer Kleinigkeit gerieten wir uns dann auf dem Treffen in die Haare, hatten ein längeres Gespräch und beschlossen die Trennung. Was für eine Erleichterung!
Auch wenn die restlichen Minileute es vermutlich eher unbehaglich fanden, lol, zumindest mir ging es schlagartig besser. Ob ich danach die Monate nicht auf Treffen war weil ich kein Geld hatte, arbeitslos nach dem Studium und gerade im Mai umgezogen in eine neue Wohnung oder weil ich bei anderen mit im Zelt schlief, keine Ahnung.
Der damalige Freund und ich hatten einen gemeinsamen kleine Wohnwagen, ein Schmiedefeld Junior – DDR-Kunststoffblase, der mir aber wesentlich weniger bedeutete als dem Freund und in den ich zwar auch Arbeit investiert hatte, aber kein Geld.
Zu einem der letzten Saisontreffen im September in Bielefeld – erstes Treffen welches wir beide besuchten, er mit neuer Freundin – brauchte ich ein neues Zelt.
Ich kaufte also flugs bei Ebay für ca 40 Euro ein einlagiges Tunnelzelt für drei Leute – effektiv passen aber ja immer nur 2 Leute und Gepäck rein. Ich wollte schon immer mal ein Tunnelzelt und das gefiel mir gut.

Es ist dann noch ganz gut benutzt worden, bis ich nach Norwegen ging – seit 2004 also nur noch sehr sporadisch, vielleicht alle 2 Jahre einmal. Seit ich den Combo habe schlafe ich auch gerne mal im Combo wenn ich alleine unterwegs bin. Der ist genau richtig in der Länge für eine Person meiner Größe mit Zubehör. Ich bin gerade sehr im Urlaubsmodus, auch wenn ich keine habe und dachte, ich baue es mal im Garten auf, vielleicht könnte man ja drin schlafen – leider ist es nirgendwo unten gerade genug, dass einem nicht nachts das Blut in die Füße laufen würde oder man aufeinanderrollt, je nachdem wie man es aufbaut. Ich hatte noch grob in Erinnerung, dass eine Stelle nicht mehr dicht war und dachte, ich probier es mal aus. Evtl. könnte man es ja weiterverschenken. Gestern morgen aufgebaut, praktischerweise hat es gleich die Nacht geregnet. Guck ich eben rein, da hängt die halbe innere Nahtversiegelung runter. Also nix mehr mit benutzen oder verschenken, reparieren lohnt bei einem 15 Jahre alten 40-Euro-Zelt auch nicht. Und mittlerweile dürfte sich die Technik ja auch noch gut weiterentwickelt haben.
Also wieder abgebaut und morgen nimmt der Herzliebste es mit zur Abfallstation.
Wieder ein Teil aus alten Zeiten welches nicht mehr ist.
Ist jetzt nicht schlimm, ich hab ja schon lange Lust auf ein neues Zelt, was total hirnrissig isst wenn man eh eines hat und es nicht benutzt. Dieses Jahr macht das keinen Sinn mehr, ich werde wohl eh keine Gelegenheit mehr und sowieso auch kein Geld zum Zelten haben und der Herzliebste hat es eh nicht so damit. Vielleicht dann nächstes Jahr. Aber immerhin kann ich mir jetzt die Zeit damit vertreiben, nach dem perfekten Zelt zu suchen. 🙂 Es muss so sein, dass ich es alleine aufbauen kann, also nicht höher als 150 cm. Kein Wurfzelt. Gerne eine einhängbare Innenkabine und gerne ein bisschen Platz für die Kühlbox vor der Kabine, ein Platz zum sitzen mit Hocker und Essen wäre auch schön. Tunnel mit Seiteneingang sagt mir ja sehr zu. Geodätische mag ich auch gerne, aber die guten sind entsprechend teuer. Aber wir werden sehen.

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