Fortsetzung (auch Jugend und Alter) :-)

*gähn* und guten Morgen.
Ganz wach bin ich noch nicht, aber egal, ich hab noch viel vor heute.
Gestern habe ich ja das erste Mal in Hånes gearbeitet, im Freitagsklubb mit irgend so nem Tanzwettkampf, 2 gegen 2, wie in so amerikanischen Hip-Hop Videos :-), wo dann alle Teams weitergehen zum Endkampf, weil eh nur drei Teams sich getraut haben.
Jedenfalls war ich voll beeindruckt von so zwei 13-jährigen Jungs, die da voll die Show abgezogen haben und sich tapfer gegen das 17-jährige Teams gewehrt haben. Die hatten alle voll was drauf und ich finde es total klasse, dass hier in Norwegen Musik machen so normal ist. Also ich habe das Gefühl, dass alles was mit Kreativität und Selbstständigkeit zu tun hat sehr gefördert wird und es ist normal, dass Kinder oder Jugendliche in der Öffentlichkeit singen, tanzen oder ein Instrument spielen. Ich bin fasziniert.

Gleichzeitig hab ich da so richtig gemerkt, dass ich erwachsen bin. Zwar meine Autorität behaupten muss, aber grundsätzlich erstmal als eine Respektsperson angesehen werde. Dass ich nicht so alt aussehe wie ich bin, ist an dieser Stelle völlig unerheblich, weil zwischen mir und den Teenies nun mal locker 20 Jahre Altersunterschied liegen. Da machen 5 Jahre jüngeres Aussehen eben keinen Unterschied mehr. Wo ich mich gerade eh der 35 nähere, was mich so staunen lässt weil ich mir das irgendwie nie so vorstellen konnte, wie das wohl ist und so…..aber das ist mal ein spannendes Thema für eine eigene Eintragung. 🙂

In Tveit – wo ich normalerweise arbeite – sind eher ganz normale norwegische Jugendliche, eher so Dorfjugend. In Hånes ist die Klientel total anders. Ein raueres Miljö (hua, ich fange schon an pädagogisch zu reden) quasi. Stadtjugend oder Stadteiljugend. Angesichts der internationalen Verteilung würde man in D automatisch auf einen sehr hohen Ausländeranteil schließen, in Norwegen sollte man eher auf Norweger ausländischer Herkunft, also ausländische Adoptivkinder schließen.
Hier gibt es sowas von viele Kinder, wo man sofort sieht, beide Eltern sind Norweger, ergo Kind adoptiert. Im Moment sind würd ich sagen Kinder aus Chile ‚modern‘. Najo, irgendwas muss man ja mit dem vielen Geld machen, und Norweger sind nun mal sehr entspannt im Umgang mit und Machen von Kindern *breitgrins*.

Jedenfalls war ich dann gestern auch fix und fertig. Nach den normalen 8 Stunden noch mal 4-5 Stunden dran hängen ist schon anstrengend. Komme wirklich kaum zum Nachdenken. Mein Hauptziel ist es diesen Monat hinter mich zu bringen, ohne dabei zusammen zu klappen. Ich freu mich tierisch auf den Juni, wo ich einfach ’nur‘ eine 100%-Stelle zu bewältigen habe.

So. Und jez mach ich mal Frühstück. Heute Abend hab ich zum deutsch-norwegischen Mädelzabend eingeladen, Ralf ist ausquartiert. :-), aber wir werden nur so rund 6 Mädelz sein. Reicht aber zum netten Quatschen und vielleicht noch in die Stadt gehen.

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