Fr. 21.4.: Endlich wieder Norge und Tag 1 meines Zoowärterlebens

Das Abenteuer Deutschland ist noch nicht ganz verdaut, da beginnt das Nächste.

Gestern Abend gegen Mitternacht sind wir wieder Zuhause gewesen. Der Versuch, beim Zoll was zu verzollen war mal wieder erfolglos. Wir versuchen ja immer, was zum Verzollen mitzunehmen, meist erhöhte Alkoholquote, damit wir schneller vom Hafengelände runter sind. Das geht nämlich schneller durch die rote Zone als durch die grüne, wo alle stehen und dann stichprobenartig rausgezogen werden. Jedenfalls hatte Ralf diesmal Zigaretten gekauft, wo allerdings 240 Stück in der Packung waren statt 200 – soviel darf man pro Person mitnehmen. Wir also an den Zoll, höflich sag ich ‚Ich möchte gerne 80 Zigaretten und eine Dose Bier verzollen‘. Es war nachts um gegen 23 Uhr. Der Zollmann guckt mich an und sagt ’80 Zigaretten?‘, ich sag ‚Ja, 80 Zigaretten und 1 Dose Bier‘. Guckt der Zollmann milde und winkt und sagt ‚Dann fahren sie mal weiter.‘. Nun wissen wir immer noch nicht, was das Verzollen einer Schachtel Zigaretten kostet. War ja nett und ich beschwer mich ja auch gar nicht. Kann mir aber nicht vorstellen, dass mir das beim deutschen Zoll so passieren würde. Najo, ging jedenfalls flott wech und wir waren dann ganz schnell zuhause.
Wo ich dann sofort von Kittie angesprungen wurde.

Das neue Abenteuer als Zoowärterin 🙂
Eine Freundin braucht mal ein paar Tage D-Urlaub und ich hüte nun ihren Zoo. Bestehend aus 2 mächtigen auf der Weide stehenden Kaltblütern, +/- 6 Katzen, ungefähr 13 Kaninchen und 2 ziemlich quirligen Hunden, ein Bordercollie – leicht gestört – und was großes Schwarzes.
Das Ganze findet eine Stunde von Vennesla weg statt, auf dem Acker in einem Tal. 🙂 Da bin ich jetzt. Kerstin sachte noch: Schließ die Haustür ab, bevor du die Zwischentür aufmachst, sonst läufst du Gefahr umgerannt zu werden und die Hunde sind weg. Hmpf. Ich hab ja auch artig erst abgeschlossen, aber wohl nicht gut genug, jedenfalls ist genau das passiert: Hunde raus ohne Halsband. Der Versuch, den Hunden dann mit dem Halsband zuzuwinken war dann der zweite Fehler, sie lachen mich aus und rennen zu den Pferden.
Hund 1 – Bordercollie – fängt an die Pferde verrückt zu verbellen, während Hund 2 – groß und schwarz – sich anfängt mit dem Mist näher zu beschäftigen. Ich krieg derweil schon die erste Krise und frage mich, was wohl Freundin sagt, wenn ich das erzähle. Keine fünf Minuten im Haus und schon Chaos.
Gut, dann zur Tat geschritten und Hund 1 verbrüllt, der derweil die Pferde verbellt. Das Tal hallt und ich krieg nervöse Zuckungen, weil die Kaltblüter plötzlich warm werden. Meine Stimme übertönt dann doch alles und Hund 1 findet mich komisch und rennt dann aber doch lieber wieder aufs Haus zu, weil ihm das nich geheuer ist. Ich renn hinterher und knalle erstmal erleichtert die Haustür zu. So. Hund 1 drinnen. Dann von Hund 2 nix mehr zu sehen. Ich fange erstmal an, die Pferde mit Futter zu versorgen, als mir einfällt, die Küchentür ist noch offen und Regel Nr. 2 lautete: alle Türen im Haus zu bevor ich rausgeh, weil sonst Hunde gerne alles kaputt machen was wertvoll ist. Ich wieder rein, alle Türen schließen, Hund drinne lassen und mit Wasser für Pferde wieder raus. Nachdem dann die Silage verteilt ist steh ich da so dumm rum mit dem leeren Sack und entdecke -Glück gehabt- Hund 2 auf dem gegenüberliegendem Schneefeld. Der Ausflug bekommt ihm nicht gut, er sieht aus wie eine altersschwache Kuh und sinkt mit dem Hinterteil immer wieder im Schnee ein. Mein wildes Geraschel mit dem Silagesack führt dazu, dass ihm sein Hunger wieder einfällt und er zwar nicht zu mir, aber dafür ins Haus läuft. Ich hinterher. Mist, vergessen Garage wieder zu zu machen. Also durch den Spalt der Haustür – Hund 1 immer im Blick, der sich von hinten anschleicht – und mit der Fernbedienung die Garage zu.
Damit ist mein Bedarf an Abenteuer für heute soweit gedeckt. Bleibt nur noch, das Laptop mit dem Telefonnetz zu verbinden und wie in alten zeiten zu Fuß das Internet zu entern. Oder nee, doch nicht. es ist bereits halb 10 h und ich ziehe Schlafen gehen vor. Das ist nämlich die letzten Tage etwas zu kurz gekommen, außerdem hatte ich bisher weder Zeit zum Heulen noch zum Trauern.
Und ich muss ehrlich zugeben, dass ich mit den Nerven etwas runter bin. 🙂 Aber das wird schon, ich habe ja jetzt einige Tage Ruhe. hust. 🙂

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