Führerschein, Handball und Lieferanten

Also, für die, die es noch nicht mitbekommen haben: Deutschland hat zwar gegen Polen verloren mit 25:27, ist aber trotzdem weiter als Gruppenzweiter. Norwegen hat mit dem gleichen Torverhältnis gegen Dänemark verloren und ist raus. 🙂

Ralf musste ja vor Mitte Dezember mal morgens pusten in einer Polizeikontrolle. Ich versteh zwar nicht, wie man nach 4 Bier (0,5 l natürlich, kleinere gibt es hier so gut wie nicht) am Abend vorher und nur 3 Stunden Schlaf der Meinung sein kann, man hätte keinen Restalkohol mehr, aber naja. Er war also der Meinung, ihm gehts gut und ist also in diese Kontrolle gefahren, obwohl er da vorher schon mal dran vorbeigekommen ist.
Er hat dann den Führerschein gleich da vor Ort abgegeben und fährt seitdem bei unserem Freund und Nachbarn mit. Anfang Januar war dann eine Anhørung, wo er halt gefragt wurde, ob er dem Tatbestand zustimmt, was er natürlich getan hat.

Gestern kam dann DER Brief und hier dann also folgende Infos (wir haben das schon gewusst, es ging nur um die Anzahl der Monate):
Eine Alkoholkonzentration von 0,25 Milligramm per Liter Atemluft (es gab komischerweise keine Blutprobe, aber der Wert entspricht ca. 0,4 Promille) ergibt eine Geldstrafe von 10.000 Kronen also ca. 1250 Euro oder wahlweise 15 Tage Gefängnis. Die Anzahl der Tage wird nach Gehalt berechnet, so dass es nie billiger wird, wenn man ins Gefängnis geht, als wenn man die Strafe zahlt.
Ausserdem eigentlich 6 Monate ohne Führerschein, aber weil der Herzliebste so nett und kooperationswillig war sind es nur 5 Monate geworden. Und anderthalb davon sind ja auch schon vorbei.
Bis dahin fährt er entweder beim Freund und Nachbarn mit oder kriegt einen chaffeur. 🙂 Arbeitgeber haben hier in Norwegen übrigens sowas wie Führsorgepflicht und kønnen jemanden nicht einfach entlassen wegen sowas.
Auch wenn ein Arbeitgeber merkt, dass einer der Angestellten ein Drogen- oder Alkohol- oder sonstwie Problem hat, muss er sich darum kümmern im positiven Sinne.
Allerdings bin ich deutsch genug, um es seltsam zu finden, wenn mein Chef mich fragt, wie es mir geht und ob alles okay ist. 🙂

Gestern waren mein Chef und ich zusammen bei einem Lieferanten. Um uns ‚besser kennenzulernen‘. Er hatte vorher beschlossen, dass wir nicht über Preise reden. Hmpf. Ich kann mich zwar nicht dran erinnern, dass ich schon mal bei sowas dabei war, begreife vielleicht auch nicht den Ernst der Lage, aber irgendwie war es sehr merkwürdig. Nun weiss ich, dass mein Chef den Lieferanten nicht mag (der aber schon seit 50 Jahren einer unserer Lieferanten ist). Ich glaube, das beruht auch auf Gegenseitigkeit. Jedenfalls sind sie mehr oder minder die ganze Zeit umeinander rumgeschlichen. Das mein Chef allerdings meinte, die Unstmmigkeiten bzw. Missverständnisse zwischen dem Lieferanten und mir wären auf die Sprache zurückzuführen, also ich würde quasi nicht mitkriegen, was gemeint wäre…also das fand ich echt ’n starkes Stück! Weil das stimmt überhaupt nicht, ich hab mit denen keine Sprachprobleme. Es liegt einfach an den Kulturunterschieden, dass manche Sachen unterschiedlich aufgefasst werden. Also sowas Blødes. Ich war echt sauer. Und es ist einfach wie es ist, ich finde ihn als Chef ganz in Ordnung und kann das was er hier schon geschafft hat, dass wir immer noch in Betrieb sind und alles was hier so umgestellt und besser als vorher ist, echt respektieren. Aber als Menschen mag ich ihn nicht. Man kann eben nicht alles haben, irgendwas stimmt halt immer nicht. Oder?

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