*hustschnief* und Aktien

So endete mein gestriger Tag (hab auch nicht viel mitbekommen im Meisterkurs), so war die Nacht und so begann der heutige Arbeitstag.
Hier ist allerdings viel los oder auch nicht, je nachdem wie man das sieht.
Ich bin im Büro verbannt, meine Kollegin ist zum Lohn-Kurs. Mein Kollege, der ja einen Großteil der Aktien besitzt ist mit dem anderen Kollegen, der ebenfalls viele Aktien besitzt, zur Bank. Gemeinsam kaufen sie die Aktien aus dem Nachlass des alten Chefs.
Vielleicht sollte ich doch mal von vorne anfangen, auch wenn ich überhaupt keine Ahnung habe, ob davon was vertraulich ist. Ich glaub aber nicht, da ich ja a) eh nur aus zweiter Quelle meine Infos beziehe und b) ich keine Aktien habe und somit auch nicht zur Verschwiegenheit verdonnert wurde.

Norwegische Firmen sind meist eine AS, also nicht börsennotierte Aktiengesellschaften. Bei uns in der Firma ist die Situation etwas ungewöhnlich, weil die Angestellten damals die Aktien von den alten Chefs gekauft haben, so vor 5 Jahren. Als mein Chef – der die Aktienmehrheit hatte -gestorben ist, gab es da einen interessierten Investor, der wollte ALLE Aktien kaufen. Die Bedingungen schienen erst in Ordnung, dann hat sich aber bei näherem Hinsehen herausgestellt, dass es da dubiose Bedingungen gab, von denen vorher nie die Rede war. Unter anderem dass er zwar die ersten zwei Jahre nicht die ehemaligen Aktienbesitzer kündigen kann, diese aber auch kein Recht haben, die Firma vor Ablauf von drei Jahren zu verlassen.

Jedenfalls haben dann die Angestellten mit den Aktien beschlossen, dass sie das nicht mitmachen. Der Investor war aber der Meinung, man hätte ihm die Firma schon verkauft. Und ist deswegen jetzt vor Gericht gezogen. Unter anderem hat er dann diverse Gerüchte in die Welt gesetzt, wie dass er schon die Nachlass-Aktien gekauft hätte und überhaupt hat der Mann in der Bauwelt hier einen sehr schlechten Ruf.
Deswegen nutzen jetzt also meine beiden Kollegen ihr Vorkaufsrecht auf die Nachlass-Aktien, um schon mal ein Zeichen zu setzen.
Natürlich hat das auch einen Haken.
Nächste Woche ist die Gerichtsverhandlung und wenn – selbst wenn das unwahrscheinlich ist, aber man weiß ja nie – das Gericht dem Investor Recht gibt und die Mitarbeiter ihre Aktien verkaufen müssen, dann sitzen die beiden da mit 20% der Aktien (der Nachlass ist nämlich nicht Gegenstand der Verhandlung, nur die Aktien der Mitarbeiter).

Jedenfalls ist hier gerade etwas stressige Stimmung deswegen, dauernd ist jemand weg. Dazu sind dann Mittwochvormittag die beiden aus dem Büro auf einem Glas-Kurs (hab ich angeregt), sowie Donnerstag und Freitag die zwei plus dem Chef unterwegs nach Dänemark, eine Malingsfabrik begucken mit unseren beiden wichtigsten Kunden.
Ich bin also gerade ganz alleine und schniefe so vor mich hin. Bzw. nehme Telefon und schreibe alles fein auf. Und blogge nebenher. 🙂
Und suche immer noch nach einem neuen Mobiltelefon. Das ist ja so verdammt schwer eines zu finden…

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