Jetzt mal im Ernst

Heute morgen dachte ich kurz darüber nach, ob man eigentlich zu wenig Klamotten hat, wenn man eine helle und eine dunkle Maschinenwäsche 85% des Kleiderschrankinhaltes abdecken. Und ob ich wirklich jetzt neue Bettwäsche brauche, weil die eine nun 21 Jahre alt ist und an den Säumen der Stoff weggewaschen ist, also Löcher sind.
Ob ich neue Gardinen am Essplatz will, weil die alten ja schon ewig hängen – mehrere Jahre. Und wo Gardinen und Stange ja jetzt eh runter sind wegen neu malen.
Dann dachte ich, was für bescheuerte Luxusprobleme.

Deutschlands 80 Millionen Menschen bereiten sich auf 800ts Menschen vor die ihr Zuhause verloren oder verlassen haben, derweil Norwegens Politiker diskutieren, ob unsere 5 Millionen Menschen wohl 8000 Flüchtlinge im nächsten Jahr aushalten. Nun könnte man vielleicht ein bisschen mit dem Klima argumentieren, hier kann eben niemand in großen Zelten untergebracht werden, oder mit dem langgestreckten Land mit großen Abständen und wenig Besiedelung, aber mal ehrlich, hier ist nun wirklich genug Platz.
Hilfsaktionen sind irgendwie nicht so recht sichtbar in den Medien, jedenfalls keine die nicht nur Geldspenden wollen. Oder ich suche an der falschen Stelle.
Das Einzige womit ich zu Zeit helfen kann sind Stoffe für die, die für Flüchtlinge nähen.
Als Gründerin habe ich weder Zeit, geschweige denn Geld. Aber mit Material könnte ich helfen.

Ansonsten versuche ich das meiste der Flüchtlingsgeschichten von mir fernzuhalten. Ich fühle mich zu schnell verantwortlich für alles Elend in der Welt und kriege große Schuldgefühle, dass es mir besser geht als vielen anderen. Deswegen muss ich es einfach zum Großteil ignorieren.

 

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