Bericht Minipanneliste

Eine Anwendung der Pannenliste

Es war an einem Sonntagabend um kurz nach zehn.

Mein letzter Sonntag in Bremen, den mein Freund und ich zum ‚Streichen-in-letzter-Sekunde-vor-Wohnungsübergabe‘ genutzt hatten. Schwer erschöpft saßen wir vor unserer Lieferdienst-Pizza in der Vorort-Wohnung eines abwesenden Freundes, als plötzlich mein Mobiltelefon klingelte.

‚Hallo, hier ist T., dein Name stand auf der Pannenliste. Ich steh hier mit dem Mini auf der Raststätte kurz hinter Bremen und der ADAC sagt, die Lichtmaschine ist kaputt.‘

Erster Gedanke: ‚Oh nein, will nicht mehr raus.‘ Erste Tat: Erstmal zurückrufen, weil T. nur mit einer Guthabenkarte telefonierte. Dann klären, dass ich mich gleich wieder melde und versuche, was zu organisieren. Zweiter Gedanke: Wer aus dem Club ist am nächsten dran und könnte…Nein, könnte nicht. Clubkollege 1 hatte schon Wein, Clubkollege 2 wohl keine Lust. Zweite Tat: Wieder T. anrufen und mitteilen, dass ich ihn und den Mini holen komme. Zähneknirschend, weil müde und Muskelkater und Pizza kalt, in den eigenen Mini und mit maximaler Geschwindigkeit die 60 km von Vorort-Wohnung zur Raststätte gefahren. Raststätte ist recht klein, Mini sofort entdeckt. Hm, kommt mir bekannt vor. Den hab ich doch…Ja, hab ich. Den Mini schon zwei Tage vorher auf der Autobahn überholt. So klein ist die Welt. T. kauft ein Abschleppseil, Mini an Lenas Anhängerkupplung mangels Abschleppöse und los.

Die nächsten Zeilen überlesen Gesetzeskonforme bitte.

Mit 80 Sachen auf der Standspur wieder zurück nach Bremen. Glück, weil schon spät und kaum was los. T.’s Licht wurde immer schwächer und irgendwann war die Batterie ganz leer. Super Anblick, der uns beide vermutlich den Führerschein gekostet hätte. Mini zieht Mini an Anhängerkupplung, welche eigentlich nur 600 kg gebremst ziehen darf, dazu zu schnell, über die nächste Autobahn-Abfahrt hinaus und dann noch mal kurz durch die Stadt. Dazu der hintere ohne Licht und Warnblinker. Ganz klasse, aber ich war viel zu kaputt, um mir über sowas Gedanken zu machen.

Mini in Bremen bei Mini-Werkstatt abgestellt, T. mitgenommen in Vorort-Wohnung.

Montagmorgen als erstes Freund in alter Wohnung zum Weiterstreichen abgesetzt, mit T. zum Minihändler, welcher sagt: ‚Dauer bis Nachmittags‘. Also mit T. noch schnell Farbe und Einweganzug gekauft und wieder zur alten Wohnung. In gemeinsamer Aktion die restliche Wohnung gestrichen, noch schnell eine Ladung Sperrmüll weg (merke: bringe nie mit Oldenburger Kennzeichen und dem Mini Bretter und zwei Handvoll Ytong-Steine zum Bremer Sperrmüll. Du könntest ja Sperrmüll-Touristin sein, die keinen Wohnsitz in Bremen hat und die 5 Euro sparen will und deswegen von Ol nach Bremen fährt!!)

Den letzten Pinselstrich wenige Minuten vor der Wohnungsübergabe getätigt.

T. wieder zur Miniwerkstatt gebracht, dann noch mal wieder zur alten Wohnung und Freund eingepackt. Die ganze Aktion war für mich sicher ein ziemlicher Aufwand. trotzdem bin ich froh, dass ich T. mit dem Shuttle-Dienst und der Übernachtung helfen konnte. Er hätte sonst die Nacht im Mini auf der Raststätte verbringen müssen (es war verdammt kalt) und die nächste Hilfsmöglichkeit einfach nur teuer gewesen. Und wer weiß, ob ich nicht auch mal mit Lena irgendwo liegen bleibe und vielleicht ist für mich dann auch jemand zur Stelle.

Ich kann also nur hoffen, dass sich weiterhin viele viele Leute auf dieser Pannenliste eintragen. Zu finden unter www.mini-clique.de/breakdown/

Alles Gute und allzeit pannenfreie Fahrt.

 

Britta mit Lena, Hannover

Mini Fun Club ’smile‘ Bremen