meine Autos

Ein toter Motor und die darauf folgenden zwei Mini-losen Jahre

Ich fahre seit 1992 Mini. Erst EMMA, pink-grün gezackt, die Älteren hier erinnern sich vielleicht. Seit 1997 LENA, erst grün-violett gestreift, dann nur noch froschgrün, zuguterletzt dann grün mit bordeaux-rotem Dach. Ich hatte nie ‚richtig‘ Probleme, es ließ sich immer alles relativ problemlos lösen, entweder mit Hilfe von ClubkollegInnen oder von JD, ‚meinem‘ Minimechaniker.

Nur im März 2005 dann nicht mehr.

Seit August 2004 lebe ich arbeitsbedingt in Südnorwegen. Es hat sich so ergeben, um es mal freundlich für die deutsche Arbeitslandschaft zu formulieren.

Der Umzug dorthin ging in mehreren Etappen, unter anderem einmal mit Mini plus Anhänger plus Dachträger mit Alubox. Der Mini schwerst überladen, ich bekam noch genau den kleinen Finger zwischen den hinteren Reifen und die Radabdeckung. Beim Auffahren auf die Autobahn schlug die Anhängerkupplung von Westfalia unten Funken. Trotzdem hielt alles, wir kamen sogar ohne Aufsetzen von der Fähre runter.

Der Winter 2004 war anstrengend für den Mini. Später Schnee, aber viel Frost, Tauen, Frost. Mal total zugefroren, gingen die Türen nicht auf oder die Batterie war leer. Plötzlich konnte ich nicht mehr richtig Schalten, was sich mit Entlüften der Kupplung noch regeln ließ.
Die meiste Zeit fuhr ich mit dem Bus zur Arbeit. JD hatte beim letzten Besuch in D schon gemeint, die Kupplung müsste mal überholt werden. Auch ein Grund mehr, den Mini zu schonen.

Im März war es dann leider soweit. Ich wollte ein letztes Mal nach D mit dem Mini und Anhänger um die Wohnung ganz aufzulösen. In Dänemark leuchtet plötzlich ab und an die Öllampe trotz genügend Öl. Bei einem kleinen Stopp am Straßenrand sprang LENA dann nicht mehr an. Die nach diversen Stunden eintreffende dänische Straßenwacht stellte nur fest, dass die Batterie schwach war und überbrückte. Außerdem sollte ich ihm doch bis zum nächsten Rastplatz hinterher fahren. Auf meinen Einwand mit der leuchtenden Öllampe kam nur ein ’naja, fahren sie halt weiter, soweit sie kommen.‘. Ich zweifelte, dachte mir aber, der Mann wird’s ja wissen. Ich war so blöd. Vermutlich war es da aber bereits zu spät. An der nächsten Raststätte hielt ich an. Wie passend, Mobiltelefon-Akku alle. Von der Tanke aus rief ich einen Clubkollegen an und bekam ein ‚auf keinen Fall weiterfahren‘. ADAC angerufen. Da ich nur 50km von der deutschen Grenze weg war, sollte ein Schlepper aus Flensburg kommen. Die waren gerade aufgeschlagen, als Ilja plötzlich anrief. Er und Holger würden mich und Mini in Flensburg holen kommen. Ich war völlig aufgelöst. Die ADAC-ler haben mich dann zentral in Flensburg beim gelben M abgesetzt. Um ca. 22 Uhr abends. Ilja und Holger haben dann tatsächlich in Bremen einen Trailer geliehen und sind von Bremen nach Flensburg gebraten um mich abzuholen. (siehe Foto).

Ich hatte nie die Gelegenheit für diesen uneigennützigen Einsatz Sonntagsnacht mal in aller Öffentlichkeit zu danken. DANKE!!! Morgens um 6 Uhr am Montag war ich in Oldenburg. JD konnte nur noch Motortod feststellen. Ölpumpe defekt und reichlich Eisenspäne aus dem Motor im Öl. Damit endete im März 2005 plötzlich und unerwartet angesichts völlig klammer Kasse mein Mini in der Garage eines Nachbarn.

Zurück nach Norwegen kam ich mit einem von den Eltern geliehenen Opel Combo. Als der Herzliebste dann diesen übernahm, kaufte ich mir einen einen Jahr alten Suzuki Jimny. Ich arbeite in der Pampa und wollte für den Winter unbedingt einen Allrad. Der Jimny ist ein kleiner feiner Geländewagen. Hat mich auch sicher und gut über den sehr schneereichen Winter gebracht. Nur…das Bauchgefühl…nicht so recht…Ich vermisste das Minifahren. Der Jimny war zu edel in der Ausstattung. Ich kriege jedes Mal ein schlechtes Gewissen, wenn ich mal wieder eine Leiste durchschiebe oder Feuerholz aus der Firma mitbringe. Und zu klein. Also steht er jetzt wieder zum Verkauf.

(geschrieben irgendwann Ende 2006)

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aktualisiert September 2013

Wie doch die Zeit verfliegt. Noch bevor ich den Jimny verkauft bekommen hatte erwarb ich in Oslo einen Jeep Cherokee TD, Bj. 2001. Dunkelgrün metallic. Viereckige Scheinwerfer. Wir hatten einige schöne Jahre, schunkelten so in der Gegend rum – amerikanische Federung halt.  Eine andere Art von Fahrspaß. Und ein recht teures Vergnügen, sowohl vom Unterhalt her als auch vom Dieselverbrauch. 2011 war dann das Jahr, wo der Mechanikerbruder feststellte, dass die Bremsleitungen rostig wären, das ein oder andere Unterbodenloch usw. Ich entscheid mich zum Verkauf statt noch mehr Geld reinzustecken. Bekam das was ich wollte, versuchte mich zwei Wochen ohne Auto. Bei der Recherche was ich mir überhaupt leisten konnte kam raus, entweder ein Schuhkarton mit 4 Sitzen und ohne Stauraum oder ein Hundefänger mit viel Platz und nur 2 Sitzen. Ich entschied mich für letzteres. Es wurde ein langweiliger schwarzer Opel Combo, nur 4 Jahre alt und SEHR günstig. Auch der Verbrauch ist mit 5l ein Traum, der Unterhalt ist okay. Nur Fahrspass hat man da mit nicht. Aber den Platz habe ich schon oft gebraucht und bin alles in allem sehr zufrieden damit.