Mein Leserbrief

Letzten Mittwoch schrieb ein Lokalpolitikter der Demokraten – hier eher rechtslastig – mal wieder einen Leserbrief an die hiesige Zeitung. Der Mann schreibt häufig und es wird auch häufig abgedruckt. Meist oberflächliche Platitüden mit dem Ziel sich zu profilieren. Klar, ist ja auch bald Wahl (im September), da muss man sich ja bemerkbar machen, wenn man einer eher unbedeutenden Partei angehört.

Bisher habe ich mich jedesmal geärgert über den Mann und es dann abgehakt.

Am Mittwoch jedoch hab ich nach dem Lesen dermaßen schwer rot gesehen, dass ich sofort auf die Tastatur eingehackt habe und nach etlichen Korrekturen selber einen Leserbrief verfasst.
Auslöser: norwegische Sozialsysteme sollten nur norwegischen Staatsbürgern gelten. Und die bösen Ausländer sind schuld daran, wenn alles Bach runtergehen weil sie die Systeme ausnutzen.

Meine Antwort war bissig, obwohl ich wirklich alles rausgelöscht habe, was ich nicht beweisen kann oder was zu sehr direkte Beschimpfung gewesen wäre 😉

Als der Herzliebste dann am Dienstag anrife und sagte, ich wäre gedruckt worden, schwankte ich zwischen Unglaube, einem ‚oh wie peinlich‘ (hatte ich mich doch längst wieder abgeregt) und *stolzschwellbrustzeigkollegen*.

Das ’sich trauen‘ ist irgendwie nie das Probleme, eher das mir selber anerkennen, dass etwas gut war. Und das WAR gut. 🙂

Wir lesen uns, da bin ich sicher. 🙂

PS: Mein erster norwegischer Leserbrief wurde im Venndöler Dorfblatt veröffentlicht als Antwort auf eine Antwort auf eine Frage bzgl. dem Sinn und Zweck von Wasserzählern – Pflicht seit 2004. Leider strotzte der irgendwie vor Grammatik- und Wortstellungsfehlern und ich hab mich ganz dolle geschämt. Wobei ich gar nicht sicher war, dass der wirklich von mir soooo schlecht geschrieben war…oder ob das Kopierfehler der Dorfredaktion waren.

PPS. Ich bin nicht so die Leserbriefschreiberin. In D hatte ich mal einen in Runner’s World, als ich den ersten 10km-Lauf geschaffte hatte nach deren Halbmarathon-Anleitung. Und der war auch eher als normale Mail mit Dankeschön gedacht, nie als Leserbrief. Und diverse Artikel für die Minizeitung anno tuck, aber die zählen nicht.