meine Omas – Oma 1

Ich habe zwei Omas. Ich hatte auch zwei Opas, aber die sind vor einigen bzw. vielen Jahren gestorben.
Während mein einer Opa einen schönen Tod hatte – nicht für uns Angehörige, aber für sich selbst – nämlich unerwartet innerhalb weniger Tage Fieber, Halluzinationen, Koma, Tod – ist mein anderer Opa ganz langsam an Krebs gestorben. Das war nicht schön und für ihn sehr schmerzhaft. Immerhin ist er von meiner Oma gepflegt worden und konnte zuhause sterben.

Die Frauen unserer Familie sind sehr langlebig. Ich hatte als Kind noch eine Uroma, die auch schon 91 war als sie starb. Ich weiß nicht mehr wie alt ich war, in jedem Fall schon Grundschulkind. Ich kam von der Schule und war beim Mittagessen. Ich weiß auch nicht mehr ob sie vorher krank war oder so, aber ich habe nicht vergessen, dass meine Mama es versuchte zu erklären über ‚Eine Uhr, die abgelaufen ist, hört auf zu ticken‘, als ich auch schon in meine Suppe heulte.

Meine beiden Omas jedenfalls sind 84 und 94 Jahre alt. Letztere ist meine Lieblingsoma, ich bin einen Teil bei ihr aufgewachsen.
Erstere ist die ‚Vernunftoma‘. 🙂 Als ich jünger war haben wir uns nie verstanden. Sie arbeitete als Abteilungsleiterin in der Lebensmittelabteilung in einem großen Kaufhaus. Meine Mama hat da auch gearbeitet und ich hab sie nach der Schule manchmal besucht. Als Kind fand ich meine Oma streng, aber es war schon toll eine abteilungsleitende Oma zu haben. Hat ja nicht jeder.
Ich erinner mich an Präsentkörbe, Mr. Minit den Schuster gleich daneben. An die Treppe ins Untergeschoss, die Schlachtertheke mit ab und an einer Gratisscheibe Wurst für mich. Und man musste eine Nummer ziehen als Kunde 🙂

Zuhause durften wir nicht in der Stube mit den Schuhen über den weißen hochflorigen Teppich laufen, der da auf dem Teppichboden lag. Außerdem habe ich nicht vergessen, dass das einzige Mal, als ich dabei war meinen Opa im Schach zu besiegen, sie ungeduldig die Figuren vom Brett fegte, weil meine Eltern nach Hause wollten. Unverzeihlich, obwohl schon über 20 Jahre her.
Sie hat immer mit meinem Lieblingsopa gemeckert und mit mir auch. Ich war wohl zu flippig, so rein vom Aussehen her. 🙂 Okay, Madonnafans in den 80ern halt. *rofl*. Wer bindet sich schon farbige Nylosstrümpfe ins Haar oder Neonschnürsenkel in die Zöpfe. *breitgrins*. Jedenfalls hat sie irgendwann meine Mama gefragt – da wurde ich 18 – ob ich nicht endlich mal vernünftig werden will….Tja, die letzten Jahre verstehen wir uns allerdings recht gut. Ich rufe immer mal an und schicke ne Karte aus der Ferne. Vermutlich bin ich halt einfach vernünftig und erwachsen genug, um darüber zu stehen. *ggg* Aber so richtig nah sind wir uns nie gekommen. Hm. Ob ich noch Zeit habe, das etwas zu ändern? Eigentlich weiß ich ziemlich wenig von ihr. Gut dass bald Weihnachten ist. Gleich mal nen Haken setzen. 🙂 *anruf*. So, gleich mal ne 1/4-Stunde geklönt per Telefon. Meine Urlaubskarte ist auch angekommen.

🙂

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