meine Omas – Oma Unten

Oma Unten heißt so, weil sie unter uns wohnt, bzw. im Erdgeschoss meines Elternhauses.
Sie ist auch der Grund, warum ich überhaupt von meinen Omas schreibe. Weil sie mir gerade sehr viel im Kopf rumgeht.
Unkraut vergeht nicht und meine Oma auch nicht. Sie ist jetzt 94 und dafür echt gut beieinander. Klar, alles hat nachgelassen, sie ist ein bisschen tüdelig, alle Sinne haben nachgelassen – aber wehe einer DENKT auch nur das Wort Hörgerät. Sie hört nicht schlecht. Sagt sie. Deswegen hört sie auch das Telefon so schlecht, es gibt einfach keines was NOCH lauter klingelt. Und deswegen muss man auch gegen den Fernseher anbrüllen.
Nur wer sie sehr gut kennt, weiß zu unterscheiden zwischen Wahrheit und Geschichte.
Über die Jahre ist sie einen Kopf kleiner als ich geworden, was nicht an meinem Wachstum liegt, sondern an der Osteoporose, die sie wie so viele alte Damen in dem Alter hat.

Bei Oma Unten hab ich einen Gutteil meiner Kindheit verbracht. Sie hat meine Puppen und Stofftiere mit Kleidung versorgt. Wir haben Enten zusammen gefüttert. Seltsamerweise kann ich mich an mehr Sachen erinnern, die ich mit meiner Oma zusammen gemacht habe oder an Situationen in unserem großen Garten, als an welche mit meinen Eltern. Besonders mein Paps glänzt in meiner Kindererinnerung mit Abwesenheit, er war wohl immer arbeiten.
Angeblich hatten wir wenig – sagt Mama – mir hat nichts gefehlt. Obwohl es natürlich unerträglich war, dass meine Freundinnen nicht nur eine, sondern gleich mehrere Barbiepuppen hatten, derweil ich mich mit einer Petra-Puppe zufriedengeben musste.

Der Lesevirus hatte mich recht früh ergriffen, ich hatte auch als 10-Jährige schon extrem viele Bücher, die meisten vom Flohmarkt oder von Bekannten. Was sie für mich nicht weniger wertvoll gemacht hat. Ich habe sogar Inventarlisten gehabt, davon gibt es einen Eintrag in einem frühen Tagebücher. 🙂

Meine Oma jedenfalls, die hat sich bei allem Durchhaltevermögen eine schwere Lungenentzündung eingefangen. Und liegt deswegen jetzt im Krankenhaus. Die Lage ist stabil, aber sie hat wohl mächtig abgebaut. Immerhin konnte ich vorgestern mit ihr sprechen, ich hab einfach im Krankenhaus angerufen. Die Zentrale war so nett, mich zur zuständigen Pflegerin durchzustellen und die hat dann das schnurlose Telefon meiner Oma in die Hand gedrückt. Es war schon anstrengend mit ihr zu reden und hinterher hab ich erstmal ne Runde geheult.
Ich bin aber einigermaßen sicher, dass sie bis Weihnachten durchhält und wir uns sehen können.
Ach, ich mag gar nix schreiben. Das ist jedenfalls ein echter Nachteil an der Entfernung.
Andererseits wäre ich aber schon unterwegs, wenn dieses verflixte NAV nicht mein Krankengeld verbuddelt hätte. Immerhin wollen sie es nun bis morgen überwiesen haben.
Es wäre gar kein Problem gewesen, so viele Termine habe ich nicht, hätte man alles absagen können. Aber naja, jetzt ist es eh fast schon wieder Samstag und dann gehts ja auch los.

Ach ja, und meine Endlosbaustelle Schuhschrank ist jetzt auch fertig 🙂

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