Mittwoch, 07.01.2004 0:00

Tjo, genau getroffen *gg*. Bin gerade hier aufgeschlagen.
Und jetzt werde ich die Milch nicht anbrennen lassen *geherstmalinKüche*
So. Jetzt noch ein warmer Kakao und dann in die Heia.

Ein netter Tag. Heute morgen doch recht früh aus dem Bett gequält (okay, es war 10 Uhr). Aber ich hab wieder nicht schlafen können, mir noch nen Film reingezogen und doch erst wieder das Licht um zwei Uhr ausgemacht.
Als Erstes Laufen. Sehr nieselig, aber ich hab’s überlebt. Und war danach wach genug erstmal in die Stadt zu fahren mit Mama. Schlecht: Der Telekomiker hat uns an die Businessline verwiesen, er könne da nix machen. Auch schlecht: Multistore macht dicht und alle Verkaufenden dort sind ab Montag arbeitslos. Gut: Ich habe dort zum Spottpreis von je 5 Euro zwei dringend benötigte Pullover gekauft. Derzeit besitze ich drei tragbare: einen, den ich 1999 in Kopenhagen aus unserer Wäschekammer gemopst habe, nachdem er 5 Wochen auf der Leine hing. Einen, der mal Miriam gehört hat und der quasi zur Dauerleihgabe geworden ist. Einer, beim dem Ulfert immer wieder feststellt, dass er auch mal so einen hatte. 🙂
Jetzt hab ich jedenfalls mal noch zwei eigene. Ach ja, ich besitze auch noch einen zweimal gewaschenen Wollpullover aus dem Second Hand, da sind aber jetzt die Ärmel zu kurz, außerdem kratzt der. Und einen Ausgehpullover mit ziemlich tiiiefen Ausschnitt aus Polystink. Außerdem zum halben Preis zwei Packungen Tönung für die Haare gekauft.

Des Abends bei Ulrike gewesen in Bremen. Ich hab ein Buch aus der Gor-Reihe für sie ersteigert, außerdem kriege ich noch Geld für das Podest und das Aquarium. Uli arbeitet bei der Bremer Tafel und hat, nachdem ich erzählt hatte, dass ich jetzt wieder arbeitslos bin und ab nächstem Monat Sozialhilfe beantrage, mich erstmal mit Lebensmittel überschüttet. Ich besitze nun diverse Dosen mit Ochsenschwanzsuppe (weiß noch nich so genau, ob ich die mag), Thaisuppe feurig (will die jemand?), Frühlingssuppe und Tomatencremesuppe. Alles noch zwei Jahre haltbar. Außerdem drei Fertiggerichte in der Schale und fünf Schalen mit !!fertigen Hamburgern in Tomatensoße!!, die man nur noch in der Mikrowelle oder im Wasserbad heiß machen und zwischen zwei Brotscheiben quetschen muss. Außerdem einen haltbaren Marzipanstollen mit Delle im Bauch und Basilikum-Olivenöl.
Fand ich jedenfalls superlieb und hab ich mich sehr gefreut. Die Geste zählt und ist mir viel wert, vor allem weil ich weiß, dass ihr als unheilbar Kranke nach der Gesundheitsreform abzüglich Arztgebühren und höherer Medikamentenzuzahlungen von der Sozialhilfe nur noch 40 Euro im Monat zum Leben übrig bleiben. *schluck*. Und da denke ich noch, dass es mir schlecht geht.
Das Sozialamt Bremen hat sich übrigens den Gag geleistet und 37.000 Sozialhilfeempfangenden von 50.000 die Sozialhilfe nicht zum 31.12. überwiesen. Ein ‚kleiner‘ Fehler. Der aber vielen das Silvesterfest gekostet hat, weil eben kein Geld da war zum Feiern. Muss ziemlich was los gewesen sein in der Tafel. Ich muss mir immer wieder vergewissern, wie viele ich mittlerweile durch die Tafel kenne, die sich ’so durchschlagen‘ und von der Hand in den Mund leben. Und die trotzdem nicht mehr oder weniger glücklich sind als die mit Geld. Vor allem wenn wieder Leute über die Sozialschmarotzer meckern, sehe ich einfach rot. Ist ja so einfach, unser aller Unglück auf irgendwelche unbekannten Türken oder sonstige Ausländer zu schieben. Schwarze Schafe gibt es überall, egal welcher Herkunft. Und warum ist jemand, der neben der Sozialhilfe schwarz arbeitet oder sich mehrere Leistungen gleichzeitig erschleicht schlechter als jemand, der seine Versicherung bescheisst, Zinsen beim Finanzamt nicht angibt oder CDs/DVDs für’s Privatvergnügen kopiert?
Es ist ja auch viel einfacher alle Schuld auf Ausländer zu schieben als das eigene Konsumverhalten oder das eigene Unrechtsbewusstsein mal unter die Lupe zu nehmen. Vor allem die, denen es gut geht, die eine Arbeitsstelle und Wohneigentum haben, die reißen die Schnauze am weitesten auf. Konsumschulden. Auch eine tolle Erfindung. Wenn ich kein Geld habe, kann ich auch keines ausgeben. Oder ich muss sparen. Aber Urlaub und Möbel auf Pump? Total bescheuert.
Naja, ich bin jedenfalls froh, dass ich die Monate bei der Tafel gearbeitet haben. Manche Dinge kriegen eine veränderte Wichtigkeit. Oder werden komplett unwichtig.

Auf dem Weg nach Hannover noch schnell den Clubabend der Smlilies mitgenommen. Endlich endlich mal wieder alle Leute wiedersehen. Und mich freuen, dass gern gesehen. Ilja, dass mit dem Übernachten und frühstücken holen wir noch mal nach. Ich war da eben nicht flexibel genug. Und hab das auch erst richtig gerallt, als ich schon den Kopf geschüttelt hatte. Aber ich will morgen früh unbedingt ein paar Dinge erledigen, die nicht mehr länger warten können. Nächste Woche hab ich dann ja den Karrieresprung-Kurs an der Backe vormittags. Aber wir machen das schon noch. Ist gespeichert 🙂

So, Kakao ist längst alle und ich unternnehme wieder den Versuch ins Bett zu gehen und ENDLICH mal früher einzuschlafen. Cya.

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