Muskelkater und norwegisch-deutscher Einkaufvergleich

(Nebenbemerkung: Es ist 22 Uhr, Nachbar fängt an zu arbeiten *säg*)

Ich hab überall Aua, besonders im Bauch. Blärgh. Und ich weiß auch schon, dass das die nächsten Wochen nicht weniger werden wird, auch wenn ich vermutlich nach jedem Training schwimmen werde. Oder zumindest
im Whirlpool verschwinde. Oder der Sauna. Hach ja. Schon schön. 🙂 Oder so. Wieso muss, wer stark sein will, eigentlich genauso leiden, wie frau die schön sein will? Dumme Frage, egal.

Wenn ich so im Netz lese, andere Blogs, Tagebücher was auch immer, Kolumnen darüber, dass quasi Privatpersonen ihren Lebensmüll bloggen und wer denn sowas brauch und ’sauberes Internet‘ und so’n
Müll…..dann frag ich mich schon auch, wieso ich das tue. Und ob die, die schon mehr als ein Jahr ein Blog haben, mehr Recht darauf haben, weil sie es eben nicht erst tun, seitdem ES hip ist oder so. Voll
verworren.

Ich tu es aus einem relativ einfachen Grund: damit ich nicht alle einzeln anrufen muss, um zu erzählen was ich gerade tue und wie es mir so geht. Deswegen, weil MEINE Familie und Freunde eben leider nicht da
sind wo ICH bin.

Würde ich in Deutschland wohnen und meine Freunde und Familie alle in der gleichen Stadt, dann bräuchte ich definitiv auch kein Blog. Dann würde ich mich rein an mein Papiertagebuch halte und gut ist. Und das
ich bei 20six gestrandet bin, liegt nicht daran, dass dies ein besonders toller Blogserver ist oder so (sorry 20six, aber ist so), sondern weil ich mit den englischen Anbietern damals nicht klar gekommen bin, ganz einfach.

Und ein Blog statt schreiben auf meiner Homepage ist netter, weil man sich dann nicht erst dahin klicken muss, sondern einfach lesen kann.

Wieso ich mich hier überhaupt rechtfertige? Weil ich mich schon etwas angegriffen fühle von sowas. Weil ich WEIß, dass ich nicht gerade Hochqualitatives hier verfasse. Wieso auch. Ich will niemanden
beeindrucken, sondern in erster Linie Mama und Freunde informieren. Und wer sonst mitliest, hat selbst schuld . Und lässt sich freiwillig auf ein textreiches und bildarmes Blog ein.

Genug davon.

Heute mit Kollegin in Stadt gewesen und leicht über die verdammt vielen Touris abgenervt gewesen. Langsam tauchen auch mehr und mehr Deutsche hier auf. Schon doof, wenn Norweger und Deutsche gleichzeitig Ferien haben und sich gegenseitig die Hütten streitig machen. *gg*. Kollegin sagt, sind viele aus dem Rogaland, ihrer alten Heimat da. Ich hör da ja dialekttechnisch keinen Unterschied.

Aber wenn man so über die Brücke nach Søm rüberfährt und bei Sonne und blauem Himmel in den Fjord guckt, dann könnte man genausogut am Mittelmeer sein. Ich finde nicht, dass man einen Unterschied zu den
Bildern aus Griechenland oder französischer Mittelmeerküste feststellen kann. Bei näherer Ansicht verraten uns hier natürlich die Holzhäuser.

Mit Kollegin dann noch Krebs gekauft und das erste mal ‚krabbeskjell‘ gegessen. So richtig mit Scheren knacken und auslöffeln. Ne Riesensauerei und richtig satt wird man auch nicht. War aber sehr
lecker. Bei ihr Zuhause natürlich.

Dabei noch mal festgestellt, dass es ohne Ralf irgendwie nicht wirklich Spaß macht, was zu unternehmen. Er ist erst zwei Wochen weg und mir kommt es wie vier Wochen vor. Nagut, dabei hat er ja auch die ganzen
zwei Wochen nun im Krankenhaus verbracht und wir haben immer noch keinen Plan, wann er wieder zurück kommt. Das würde sehr helfen und es mir nicht so endlos vorkommen lassen.

Ach ja und wegen Fitness: Als ich den Vertrag gemacht hab, hab ich dann gefragt ob sie den letzten Lohnsteifen haben will oder den Arbvertrag, so von wegen als nachweis, dass ich auch wirklich bei der Post bin. Nö, bräuchte sie nicht. Unglaublich. In deutschland wäre bei sowas mindestens eine Kopie fällig gewesen, die an den Vertrag getackert wird. Und nicht so von wegen, jaja, glauben wir schon.

Das ist definitiv wieder typisch norwegisch.

Auch typisch norwegisch ist, nach dem Einkauf mit 25 Einkaufstüten durch die Gegend zu laufen. Weswegen ich Kollegin erstmal aufgezogen habe.

Wenn Deutsche ihren Wochenendeinkauf machen, dann schieben sie den vollen Einkaufswagen an die Kasse, legen aufs Band, legen am Bandende noch während die Kassiererin scannt wieder in den Wagen. Sind meist mit Einpacken in den Wagen fast fertig, wenn Kassiererin fertig mit Scannen ist. Fahren dann mit dem Einkaufswagen zum Auto, packen alles in Körbe und Klappboxen und schieben den leeren Wagen zurück.

Wenn Norweger ihren Wochenendeinkauf machen, dann legen sie alles aufs Band, lassen sich bei JEDEM Einkauf 5-7 Plastiktüten geben. Während die Kassierein scannt, stehen sie nichtstuend rum. Bezahlen und beginnen DANACH langsam (wichtig!) damit, die Sachen nicht etwa wieder in den Einkaufswagen, sondern in die Plastiktüten zu packen. Dabei schnacken sie noch mit irgendjemandem den sie kennen und rufen die Blagen zur Ordnung (Fehler. Norweger rufen NIE in der Öffentlichkeit ihre Plagen zur Ordnung). Dann hieven sie die Tüten IN den Einkaufswagen, fahren bis zum Ladenausgang. Dort hieven sie die Tüten AUS dem Einkaufswagen, lassen den Einkaufwagen stehen und schleppen die Tüten ins Auto.
Nebenbei treiben sie mich mit diesem Verhalten in den Wahnsinn.

Besonders erheiternd ist es, dieses Verhalten geballt am Samstagmittag in einem großen Supermarkt zu beobachten! Allerdings nur dann, wenn ich selbst NICHTS einkaufe. 🙂

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