Rückblick vom Dienstag, 3.4.07

Dienstag, 3.4.07

Ralf schläft noch, weswegen ich die Gelegenheit zu einem Eintrag auf Lager nutze. Soll heißen, Internet ist hier nicht. Und ich konnte mir die Nutzung vom Internet in der Touriinfo verkneifen.

Lønstrup ist ein nettes kleines Städtchen mit Feriengebieten in Dünenlandschaften. Unser Haus ist von 1993 und ziemlich komfortabel. Abgesehen von der nicht ordentlich befestigten SAT-Schüssel, die im Wind vor sich hinklappert. *nerv*. Unser Haus hat Meerblick und liegt echt nett.

Die ersten zwei Tage hatten wir fast Windstille und strahlend blauen Himmel mit Sonne. Laut Aussage des Sparmarkt-Besitzers das erste schöne Wochenende hier. Wir haben Samstag mit Abhängen und Haus entdecken verbracht, sowie einrichten und Essen machen. Plus einen Spaziergang unten am Meer.
Sonntag sind wir rumgefahren und haben ein bisschen flaches Bauernland auf uns wirken lassen und sind bis Skagen hoch. ‚Grenden‘ heisst der letzten Zipfel hinter Skagen, wo sich Skagerak und Kattegat treffen. Es war unglaublich, so zur letzten Sandbank zu waten und ‚auf den Kontinent‘ zu gucken. Zu sehen wie Wellen aus zwei verschiedenen Richtungen aufeinander treffen.
Kilometer weißer Sandstrand, dazwischen Dünen und einfach nur Sand ohne was. Hat stark an Wüste erinnert. Wir haben dort mehrere Stunden verbracht, sind einfach so zerflossen, die Minuten

Auf dem Rückweg noch schnell den Leuchtturm hoch, Skagen Fyr. War gar nicht so schlimm, von außen sieht er höher aus, als von innen die Stufen vermuten lassen. Sehr feiner Ausblick.

Montag und auch heute ist es super windig. Wenn auch immer noch super sonnig (hatte ich meinen Sonnenbrand erwähnt?).
Montag also eigentlich den großen Spazierplan gehabt, aber umdisponiert, weil mir einfach zu stürmisch, bzw. nicht so die richtige Bekleidung, trotz dicker Arbeitsjacke, welche aber nur wasserabweisend aber nicht winddicht ist.

Sind dann durch Lønstrup gebummelt, haben Keramik beguckt, eine Aquarell-Galerie, Glasbläsern bei der Arbeit zugeguckt und eine frische Fischsuppe gegessen.

Zur Mårupkirche, die mal mitten in einem Friedhof stand. Und sich jetzt nur wenige Meter von der Steilküste befindet. Die Kirche wurde in den 80ern aufgegeben, der letzte in einem Familiengrab 1999 beigesetzt. Es gab eine Zeichnung, in der man sehen konnte, wie weit sich das Meer den Weg gebahnt hat. Das letzte Stück Steilküste ist im letzten Dezember abgebrochen. Lehm- und Sandschichten. Total irre, wie sich das verändert hat. Und wie wenig der Mensch auch gegen die Naturgewalten machen kann. Wenige Kilometer vor dieser abbröckelnden Steilküste steht übrigens der versandete Leuchtturm. Flugsand hat über die Jahrzehnte/Jahrhunderte dafür gesorgt, dass mittlerweile nur noch das oberste Stockwerk aus der Düne guckt. Ist schon spannend. Wie anstrengend muss das Leben der Menschen hier früher gewesen sein.

Und wie anstrengend ist es jetzt noch. Außer Touristen und Landwirtschaft ist hier ja nix. Viele Resthöfe stehen hier zum Verkauf.

Heute jedenfalls werden wir nach Aalborg fahren und da ein bisschen rumgucken. Und Mittwochmittag geht’s dann wieder zurück. Vorher werden wir noch in Hirtshals einkaufen, wie der normale Norweger das eben so macht 🙂 Schlachter Winther einen Besuch abstatten. Und einen Fischverkauf suchen. Und dann eine nette Rückfahrt genießen.

Im Übringe vermiss ich die Katzen. Keiner der neben mir sitzt und ’schnurrbrumm‘ macht, keiner der sich morgens aus dem Schrank auf mich draufplumpsen lässt oder mir beim Gehen im Weg sitzt. Dazu immer der Zwang hier die Badezimmertür einen Spalt offen zu lassen *ggg*.

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