Samstag, Tag 2

Genau so hatte ich mir einen idealen Samstagvormittag vorgestellt.
Um 6 Uhr von einem auf mir rumspringenden Hund geweckt werden, der unbedingt mal piseln muss. Also barfuß in die Winterschuhe, die Arbeitsjacke über den Pyjama geworfen und ein paar hundert Meter erst mit Hund 1, dann mit Hund 2. Hund 1 ist ein typisches Männchen. Erst wild Alarm machen, dann im Stehen alle paar Meter etwas anpinkeln und selbst dann noch wichtig tun, wenn längst nix mehr rauskommt.
Hund 2 hat mächtig Zug, ist aber ein Weibchen. Scheint allerdings etwas taub zu sein, das gute Tierchen. Man könnte auch vermuten, dass beide schwerst unerzogen sind.
Hund 1 kann alleine im Dunkeln nicht schlafen, muss also neben mir liegen.
Ich konnte dann noch bis 9 Uhr schlafen. Da beschloss Hund 2, ich hätte jez aber genug und könnte definitiv mal Futter für die Pferde machen. Oder so.
Dann kam mein Fehler. In alter ’nervende-Katze-rauswerf‘-Manier spontan die nervenden Hunde aus dem Haus geworfen. Jetzt weiß ich auch, wieso die so verdutzt waren, als ich nicht sofort hinterher kam. Ungewohnte Freiheit. Argh.
Pferde versorgt, die *klopfaufHolz* noch auf ihrer Weide standen und völlig normal aussahen. Vor lauter Dankbarkeit darüber zwei meiner für mich gedachten Möhren verfüttert.
Beim Katzenfüttern zwei Katzen mehr als gestern gehabt. Kaninchen noch vollzählig, keines wurde im internen Macht-Verteilungskampf abgeschlachtet.
Die Hunde mich vom Schneefeld aus auslachen sehen.
Erstmal gefrühstückt. Danach keine Hunde mehr gesehen. Zum linken Nachbarn gegangen und darauf hingewiesen, dasss hier zwei rumlaufen, die zu mir gehören. Hmprf.
Beim Rückgang schon von einer Nachbarin von der anderen Seite erwartet worden, die mich auf die zwei ‚wilden unerzogenen‘ Hunde hinwies, die da so auf dem Hof rumlaufen.
Herregud, ich hab schon Horrorgedanken gehabt, was ich der Freundin erzählen soll. Schlagzeilen von wegen ‚Zwei wildernde Hunde erschossen‘ oder so.
Ich also mit dem Auto hin, mit einem nassen siffigen Hund 2 auf dem Beifahrersitz (nicht dass wir uns falsch verstehen, MEIN heißgeliebter Jimny ist jetzt nass und siffig von innen!!!) und einem wilden Hund 1 VOR dem Auto hergaloppierend zurück.
Hund 2 fängt ja gleich an zu weinen, wenn man sie im Nacken fasst und zum Haus schleift, Hund 1 hat dann wohl auch eingesehen, dass der Spaß jetzt vorbei ist und konnte glücklicherweise überzeugt werden, mit ins Haus zu kommen.
Und ich pack jetzt erstmal meine Sachen und fahre heim. Ich brauch mal ein paar ruhige hundefreie Stunden 🙂
Genug Abenteuer für heute und für überhaupt, ich werde auch ganz bestimmt jetzt die Regeln einhalten. Hunde NUR mit Leine und einzeln aus dem Haus. *haarerauf*. Und ich will auch ganz bestimmt nie nich Hunde, nur Katzen :-)))

Und die Nachbarn kenn ich jez auch alle.

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