Schlafanzüge dürfen nicht rosa sein.

Als leicht frierender Mensch brauche ich mindestens 10 Monate im Jahr einen Schlafanzug des Nachts.

Davon die meiste Zeit einen mit langen Ärmeln und Beinen. Und weil ich den nun mal ziemlich viel trage, möchte ich einen netten. Also einen der gut nicht allzu hässlich aussieht, aus dehnbarer Baumwolle ist, mich nicht in den Ruin treibt. Kein Nachthemd, denn dann wache ich nachts auf weil mir kalt ist und das Nachthemd hängt als Stoffwurst unter meinen Armen.
Dumm nur, dass die Textilindustrie richtige Schlafanzüge für Frauen Mitte dreißig nicht mehr so richtig vorsieht, ebenso wenig wie für Männer.

Für Frauen gibt es vorwiegend Modelle, die für mich in die Kategorie ‚untragbar‘ fallen. Man kann meist zwischen babyblau mit Bärchen oder babyrosa mit Herzchen wählen. Oder freundlich mausgrau mit neckischer Stickerei. Das wären dann die Modelle aus Baumwolle.
Es gibt auch noch Pyjama-ähnliche Baumwollmodelle, meist auch in freundlichen Farben, allerdings handelt es sich dann um normal gewebtes Leinen, also in keinster Weise dehnbarer Stoff, man fühlt sich schnell so zwangsjackenmäßig, dazu kommt, dass der Schnitt in meiner Größe für eine Normfrau von 1,65m geschnitten ist. Soll heißen der Schritt hängt mir entweder auf Mitte der Oberschenkel oder das Gummi auf Rippenhöe. Wenig witzig, wenn dann nicht mal der Stoff nachgiebig ist und die Nähte schon krachen, wenn man einen Buckel macht.
Dazu diverse Polystink-Varianten, unter anderem Polyester-Glanzsatin *würg*

Farblich spannende Modelle fallen meist in die Kategorie ‚Ausziehzeug‘. Sehr sexy, allerdings allenfalls für die Stunde vor dem Schäferstündchen gedacht. Die Hose ist noch okay, 3/4-lang geht wohl auch. Das Oberteil dagegen hat dann IMMER kurze Ärmel und gibt neckisch den Bauchnabel frei. Oder aber der Stoff bedeckt die Nieren (mit viel Glück krieg ich ihn in die Hose gestopft, so dass ich nachts nicht aufwache, weil sich das Oberteil hochgeschoben hat und ich mit kaltem Rücken/Nieren aufwache.), dann aber wurde der Stoff beim Halsausschnitt wieder eingespart, dieser ist dann so groß, dass beim nach vorne Beugen die Brüste rausfallen. Ich sag’s ja, Ausziehzeug halt.

Früher bin ich immer bei den Herren fündig geworden, ein Pyjama aus Baumwollflanell. Aber die Herren kaufen scheinbar keine mehr, also gibt es vorwiegend lange Hosen mit T-Shirts. Oder Bübchenblaue für den älteren Herren. Super.

Ich komme übrigens drauf, weil ich seit dem D-Besuch einen neuen Schlafanzug besitze, aus dem Kaufhof – danke Mama -.
Nachdem ich mich auf ‚Aussehen egal‘ eingelassen und nur noch nach ‚passt und Baumwolle dehnbar und bezahlbar‘ beschränkt hatte, gings dann.
Das Ding hätte ich eigentlich nie anprobiert, weil das Oberteil einen Gummizug hatte, aber Mama hat es zufällig in die Kabine getragen. Was soll ich sagen, ich hab seit langem nicht mehr so entspannt geschlafen. Der Gummizug hält das Oberteil da wo es sein soll, ich muss nichts mehr in die Hose stecken und die Leinenbündchen an den Ärmlen hindern diese ebenfalls am Hochrutschen.
Dass es sich bei dem Modell um ein schlaffes schlichtes Mausgrau handelt, immerhin ohne Stickereien oder Ähnlichem, das übersehen wir jetzt einfach mal. Bequemlichkeit geht vor. Ups. ich werde alt. *lol*

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