Schlaflos

Verdammt, es ist nicht mal Vollmond und ich wälze mich seit mehreren Stunden schlaflos im Bett rum.
Vor einer halben Stunde klingelte doch glatt einmal das Mobiltel – es ist übrigens die StarWars-Sonderedition, das stand nicht dabei, und es bedeutet, dass alle Klingeltöne Mist sind und ich derzeit noch mit dem StarwarsTitelgebrüll als Klingelton leben muss.
Und Google sei Dank bin ich ziemlich sicher, dass es dieser verwirrte Franzose war. Der Anruf kam nämlich aus Marokko. Ich wusste ja nicht mal, dass die da französisch können. Und helle isser dann ja wohl auch. Wobei nicht viel dazu gehört mich zu finden, denn Britta und Vennesla bei gegugelt gibt mich auf Platz 1 und 4, sowie indirekt auch auf 2. Interessant. Außerdem steh ich ja im Telefonbuch.
Irgendwie zieh ich seltsame Leute an würde ich mal sagen. Aber egal, hab den erstmal im skype geblockt. Spinner.

Gedanken mach ich mir derzeit viele, besonders um meine berufliche Zukunft. Und vor allem weil ich mich ja Freitag mit dem von Strai-Küchen treffe, wo ich jetzt nach der vierten oder fünften Bewerbung immerhin mal wieder Hallo sagen darf, nach 2,5 Jahren.
Strai ist mittlerweile der größte Küchenlieferant hier, vor allem auch für den Projektmarkt. Über 80 Angestellte, davon 90% in der Produktion. Vermutlich sehr aufgegliederte Arbeitsaufgaben, noch keine Ahnung wie die organisiert sind.
Wie ich der guten Frau von Jobzone vorausgesagt hat, war der Mann da der Meinung, ich wäre überqualifiziert.
Es liegt nun also an mir, ihm das Gegenteil zu beweisen. Also aufzuzeigen und zu vermitteln, dass ich mich bestimmt nicht langweile und auch nicht die Brocken nach nem Jahr hinwerfe, wenn ich gerade richtig drin bin.

Die Firma liegt 7 Autominuten weg, Richtung Stadt. Ich könnte sogar mit dem Bus fahren, oder mit Ralf mit, wenn ich wollte. Verdienst wie jetzt, aber Masse Kohle gespart wg. Arbeitsweg und länger schlafen. Naja, wobei die schon um 7 Uhr anfangen.

Ich weiß einfach nicht, ob ich will. Es ist gar nicht so sehr, dass ich denke, woanders ist es besser, ich weiß ja wie viel ‚Narrenfreiheit‘ ich habe oben bei uns. Aber der Arbeitsweg macht mir wirklich nun viel aus. Dazu sind schon jetzt die ein oder andere grundlegende Änderung , die mir nicht passt, an der ich aber auch wenig ändern kann. Dazu die relative Perspektivlosigkeit, dass ich so gar nicht weiß, wofür ich vorgesehen bin, wenn diese miese Datenbank endlich mal genutzt wird. Ich habs so satt den ganzen Tag im Büro zu sitzen. Aber ganz zurück in die Reihen der ’normalen‘ verantwortungsbefreiten Produktionsmitarbeiter kann ich mir auch nicht vorstellen. Andererseits will ich eigentlich mit dem ganzen Einkauf gar nix am Hals haben. Ich hasse Einkauf. Und krieg ihn doch immer wieder aufgedrückt. Also, einfach bestellen ist ja was anderes, aber eben nicht Einkauf. Ich hätte mir ja gut vorstellen können, noch einen Teil Verkauf zu machen, aber das passt dem Chef wohl nicht, jedenfalls kam keine Rückmeldung auf mein Angebot.

Naja, sinnlos zu grübeln, ich mach noch mal einen Schlafversuch. Bis denne. *seufz*

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