Schornsteinfeger, Lidl, Schlaf

Es ist ja völlig logisch, dass manche Sachen in manchen Ländern nun mal anders sind. Aber an manch einer Stelle finde ich Deutschland doch vorteilhaft.

Da wirft der Schornsteinfeger Zettel in die Briefkästen, dass er kommt und den Kamin putzt (hier ja auch noch viel notwändig, weil nun mal die meisten mit Holz heizen). Das Datum war dann schon mal extrem
unleserlich. Gestern seh ich den unten im Björkelivegen und frage, wann er denn in den Dalevegen kommt, ich könnte das Datum nicht lesen. sagt er doch glatt, zu uns kommt er nicht, weil das ist ja ein ganz neues Haus und da lohnt sich das nicht. Na klasse. Was hätte er wohl gemacht, wenn ich mir dafür Urlaub genommen hätte? Aber das scheint hier dann ja nicht weiter üblich zu sein. Aber erstmal überall Zettel verteilen. *argh*. Also manchmal könnt ich es echt hassen.

Das Wetter ist schwierig. Es stürmt und hat die ganze Nacht gehagelt und geregnet. Wir haben die Wetterseite und ich habe ziemlich schlecht bei dem Prasseln geschlafen. Dazu reißt der wind noch an der
Abzugsklappe draußen.

Es ist schwierig Feuer zu machen, weil der Wind so am Schornstein zieht. Ziemlich heftig. aber wenigstens zieht er überhaupt, der Kamin. Bei unserem Vermieter nebenan tut er es nämlich nicht, die müssen komplett über Fußbodenheizung und tragbarem Radiator heizen. Und haben eine dementsprechend hohe Stromrechnung. Unsere nächste wird sich wohl wieder so auf 1000 Kronen, also rund 130 euro für 2 Monate belaufen, was ich ganz okay finde. Dafür, dass wir damit heizen…

Unten an der Kreuzung, wo sie gerade den Lidl angefangen haben zu bauen, wird wieder gesprengt. Die Alarm-Sirenen kreischen wieder. Tiefbau bedeutet hier quasi wochenlanges Abtragen und Sprengen von
Gestein. von der Sprenung selbst bekomme ich hier oben nix mit. Bin ja mal gespannt, wie lange das noch dauert. Auch wenn ich in Deutschland so gut wie nie bei Lidl eingekauft habe, weil mir das zu chaotisch da ist und ich lieber beim extra Lebensmittel gekauft habe, so freuen Ralf und ich uns doch über das Stückchen Deutschland vor der Tür. Vor allem deshalb, weil das Obst und Gemüse von sehr guter Qualität und günstig ist. Die Gemüsepreise werden in Norwegen künstlich hoch gehalten, eine kleine Absprache zwischen den Lebensmittelketten.

Ich muss gleich zur Post und hab gar keine Lust, weil ich so dolle müde bin. Ob diese Müdigkeit jemals weichen wird? Ich schlafe ziemlich schlecht hier, muss ich ja zugeben. Mir fehlt das beruhigende Schnurren im Ohr und der Ersazt, Ralfs Schnarchen, ist nicht so die ERfüllung. Je älter ich werde, umso leichter wird mein Schlaf. Wie bei Mama. Die hört auch alles und jeden Nachts.

Immerhin kann ich im schlimmsten Fall nachts das Zimmer wechseln. So wie heute morgen um halb fünf. Decke unter den Arm geklemmt und der letzte Gedanke im Hochbett, dass ich morgens hoffentlich nicht vergesse wo ich liege und versuche mit Schwung aufzustehen. Dazu ist es nämlich zu hoch. Ich brauche einen Stuhl um reinzukommen. Höhe ungefähr 120 cm. 🙂

Ich find das aber gut.

Heute Abend werde ich ein Treffen des Internationalen Frauenclubs besuchen in Ksand. Der Haken: Er findet im Versammlungsraum der katholischen Kirche statt. Sollten die also ein Abkömmling der Kirche
sein und sich mit dem typischen ehrenmtlichen Frauenkrams beschäftigen, dann ist das wohl eher nix für mich. Ich hoffe aber auf ein paar starke Frauen, die sich politisch und gleichstellungstechnisch und
international engagieren 🙂 Mal schauen. Ich hoffe einfach das Beste. Morgen treffen Ralf und ich uns dann mit der Vorsitzenden der Venneslaer Abteilung des Norwegischen Diabetesverbandes. Die kann dann
mal ein bisschen informieren, was Ralf hier am schlauesten anstellt, um günstig zu seinen Medikamenten zu kommen und wann man wie welche Ärzte aufsucht. So mit chronisch krank ist das in Norwegen mein ich nicht so ganz dolle. Aber es wird hoffentlich eine Obergrenze geben, bis zu der man zahlen muss.

Najo, ich mach mich dann mal frisch und los.

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