Sonntag, 14.09.2003 9:13

Da bin ich wieder. Zwar noch nicht in alter Frische aber immerhin.
Musste mich diese Woche spontan und unerwartet von meinem Blinddarm trennen.

Hatte Dienstag eine ganz schlechte Nacht mit Bauchkrämpfen und dachte mir Mittwochmorgen, ich geh mal schnell zum Arzt vor der Arbeit, bzw. ob der mich nicht wenigstens für einen Tag krankschreiben kann zum Ausruhen. Tjo und der sagt, Mädel pack mal schon ne Tasche, ich weis‘ dich mit Verdacht auf Blinddarm ins Krankenhaus ein. Da hab ich doch leicht bescheiden geguckt.
Ich also zum Siloah, dem Krankenhaus hier in Linden, und von einem sehr netten jungen Arzt in der Notfallambulanz untersucht worden. Hatten sehr viel Spaß beim Ultraschall. Auch wenn ich nach 10 Minuten immer noch nur Schnee gesehen habe und ihn meine Organraterei (Er: Und, Frau Höhne, was liegt da neben ihrer Niere? Ich: *angestrengtguck* Äh, meine Leber?? Er: *argh*. Die Milz. Ich: *verständnislosguck* Aja, Milz. Was auch immer das war.) ziemlich belustigt hat.

Naja, jedenfalls meinte er danach, er muss mich jetzt dazu bringen, mich von meinem Blinddarm zu trennen. Wobei, die Betonung lag auf ‚jetzt‘, denn bevor ich auch nur zu Ende überlegt hatte, saß da schon der Narkosearzt und hat mir erklärt, was er dann tun wird, der andere Arzt hat mir erklärt wo sie welche Löcher bohren und ich hatte ein fieses Krankenhausnachthemd an, was sie garantiert aus Ommas Schrank gemopst haben. Gerade noch Zeit, um Thorsten anzurufen. (Äh, ich trenn mich gerade vom Blinddarm, kannst du bitte a) Mama anrufen (toll, weil Mama noch nicht wusste dass neuer Freund) b) Marian anrufen (von wegen bin kurz nicht erreichbar) c) Arbeit Bescheid sagen, dass ich nicht komm (häh und Chaos auslösen damit) und d) Katzen füttern die nächsten Tage.) Weitere 10 Minuten später lag ich bereits im OP und mir wurde eine äußerst fies gemein schmerzhafte Kanüle in die rechte Hand gepiekst. Hatten wohl sonst nix zu tun.

Das nächste an das ich mich schwach erinnere ist, dass mir auf der Wachstation irgendwelche Adressdaten im Halbschlaf aus dem Finger geleiert wurden. Den restlichen Mittwoch habe ich mit Schlafen auf der Station verbracht, allerdings abends noch kurz mitbekommen, dass Thorsten mit Blumen da war, auch wenn mich das Augen offen halten schon ziemlich überfordert hat.
Der erste Gang zum Klo hat mich drei Anläufe gekostet, das erste Mal hab ich leicht Chaos verursacht, weil auf dem Weg dahin zusammengeklappt (‚Ich glaub mir wird schlecht‘ waren die letzten Worte), das zweite Mal gar nicht erst das Zimmer verlassen, bevor es in den Ohren rauschte. Ajo, schon recht stressig sowas.

Den Donnerstag eigentlich den ganzen Tag schlechte Laune gehabt weil Hunger. Und nix gabs. *plärr*. Morgens, ich schiebe schwer Kohldampf, kommen die mit irgendwas Haferschleimähnlichen. Ich tippe auf Baby-Fertigflocken mit viel Wasser und ohne Geschmack. Drei Löffel gegessen. Mittags, ich hab schon erste Halluzinationen von Pommes und Hähnchen, kommt irgendwas ‚Ich-tu-so-als-wär-ich-ne-Kartoffelsuppe‘-ähnliches, ebenfalls ohne jeglichen Geschmack, lediglich mit anderer Farbe und mit Klümpchen. Nach fünf Löffeln genug gehabt. Abends, kurz davor mit dem knurrenden Magen das Schnarchgeräusch der Nachbarin zu übertönen, wieder so zwei Suppenschälchen. Ich so: ‚Nein, nich schon wieder!‘, was den armen Zivi schwer durcheinander gebracht hat *lol*. Diesmal dann die bereits bekannte Suppe vom Mittag, diesmal mit Geschmack nach Hühnerbrühe, sowie eine lauwarme Schokosuppe, mit soviel Schoko, dass ich davon drei Suppen gemacht hätte. Viel zu süß zum Essen. Sehr suspekt. Dazu ein Diät-Ananas-Joghurt, der dann sowas von gut war. Kein Wunder bei meinen unterforderten Geschmacksnerven.

Freitag gabs dann endlich endlich wieder was richtiges zu essen, wenn es auch nur zwei labbrige Toast waren. Aber egal, sowas von lecker. Den Tag gings mir dann schon ganz gut, ich war reichlich unterbeschäftigt und hab mich durch mehrere hundert Seiten Bücher gefressen. Samstags nach dem Frühstück (2x Labbertoast) dann endlich raus.

Nun hab ich also drei Löcher im Bauch, eines im Bauchnabel für die endoskopischen Geräte, eines links für Licht und eines rechts für die Drainage. Und einen Blinddarm weniger. Warum ich mich schonen soll, hab ich erst nicht ganz verstanden, erstmal gestern noch mit Thorstens Hilfe in der neuen Wohnung wenigstens die zwei Türseiten gestrichen und ziemlich viel rumgerannt. Okay, jetzt weiß ich, weil mir tut der Bauch doch ziemlich weh heute.
Der Umzug findet trotzdem statt, in Bremen jedoch ohne meine Hilfe was ich ziemlich blöd finde, in Hannover sind wir jetzt zu wenig Leute, weil ich kann schlecht den beiden von der Arbeit sagen, dass sie kommen sollen, wenn ich dann doch nicht zur Arbeit komme nächste Woche. Und ich darf nix machen *plärr* das ist das Allerschlimmste. Nur dumm rumstehen und sagen, wo was hin soll. Scheiße. Jawoll.
Zum 19.9. wird hier übrigens in der Ü-Wohnung das Telefon abgestellt und ich krieg ISDN in die neue Wohnung. 🙂 Endlich internetten und trotzdem telnieren, das wird doch nett.
Und jetzt muss ich erstmal endlich das restliche Jod vom Bauch wegkriegen.

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