Sonntag, 22.06.2003 13:58

Rumhängtag.

Freitagabend bis 21 Uhr in der Arbeit gesessen, weil der Junior mir noch diverse Anfragen auf’s Auge gedrückt hatte, die ja ach so wichtig waren. Bestimmt auf einem Freitagabend, da werden die am Wochenende in Italien sicher noch bearbeitet. Pah.

Samstagmorgen zusammen mit Freund im Viertel rumgelaufen, Einkäufe für Abends erledigt, sowie Wochenmarkt und dann noch zu Fuß in die city.
Gestern späten Nachmittag Balkongrillen veranstaltet, dann Abends die Nacht der Museen genutzt, um Hannover mal etwas näher kennenzulernen. Zusammen mit Thorsten und Ulfert zu Fuß die Stadt durchlaufen.
Fazit: Hannover hat meines Erachtens gemessen an anderen Städten nicht die besten Museen, waren aber nette Ausstellungen.

Museum für Energiegeschichte ist im Haus der Stadtwerke und hatte eine nette Ausstellung zu den technischen 60ern.

Historisches Museum muss ich mir irgendwann mal in Ruhe angucken, so zum Thema Stadtgeschichte. Wurde mir quasi gestern verwehrt. 🙂

Im Forum des Niedersächsischen Landesmuseums gab es eine Ausstellung zum Thema ‚Steine im Fluss‘ *gg* Wie passend. Dort das Ausstellungsposter geschenkt bekommen. Voll schön 🙂 Kommt hier an die Wand, auch wenn ich ja eigentlich aus dem Alter raus bin, in dem ich Poster an die Wand pöcke.

Im KUBUS und der dazugehörigen Galerie gab’s zwei Ausstellungen im Bereich Gegenwartskunst. Die eine ‚im Spannungsfeld zwischen Kunst, Kultur und Religion, Fetisch und profanen Alltagsprodukten‘. Die andere ‚Vom Zufall und vom Glück‘. Hm. Es gibt Sachen, die muss man nicht verstehen. Und man verpasst auch nix, wenn man sie nicht sieht.

Auch die Ausstellungen in der Architektenkammer, mit einem interdisziplinären Ansatz zweier Hamburger Architektinnen, Architektur als Mittler zwischen Kunst,Philisophie und Literatur, zwischen natürlicher Landschaft und städischem Raum zu sehen, hat mir nicht so recht was gegeben. Außerdem war es dort furchtbar voll und warm und ich leicht nörgelig und hatte ein kleines Fußproblem, weil Zeh aufgescheuert.

Das Kestnermuseum. Ich weiß jetzt wer August Kestner ist bzw. war (Kunstsammler und irgendwas Wichtiges in Rom anno tuck. Hat da ‚Förderung deutscher Künstler in Rom betrieben.). Die Antike und irgendwas danach konnte ich glücklicherweise links liegenlassen. Kunstgewerbe von damals bis heute hab ich gesehen, am interessantesten zwischen dem ganzen Porzellan sind immer noch die wenigen Möbel die so rumstehen. Massive Holzschränke mit Einlegearbeiten und Ornamenten in Größen von drei Meter breit und 2,5 m hoch und geheimen Griffen ohne Schlössern sind schon beeindruckend. Und spannend. Außerdem weiß ich jetzt, wie man handgeblasenes von maschinengeblasenem von Formglas unterscheidet. Am Beispiel von Weingläsern. *gg*. Wer weiß, wo man so Wissen noch mal gebrauchen kann. Hö.

An dieser Stelle war ich dann eigentlich ’nach-Hause-fahr‘- reif, wurde mir aber nicht gestattet, so musste ich den Bus wieder verlassen und noch auf die Schnelle einen Gang durch das Sprengelmuseum machen. Museum für angewandte Kunst wie mir schien. Die drei rumstehenden Skulpturen von Niki de St. Phalle, gut kenn ich, sind nett. Die eine Rauminstallation mit diversen zwischen den Wänden sitzenden dicken Granitplatten und komischen Kanus oder so oben drauf (Titel ‚Granitplatten und Bienenwachs‘) war allein von der Gewichtsberechnung und der Frage der technischen Ausführung her interessant. Bei Bildern wie ‚Schwarz V – Blaubeeren‘ oder ‚Halb verbrannt, halb getröstet‘ hat mich dann jegliches Kunstverständnis fluchtartig verlassen und bei manchen Bildern ist es besser, dass sie ‚Ohne Titel‘ heißen. Hatte trotzdem viel Spaß beim Ablästern. Die Betonarchitektur des Gebäudes ist das einzig Spannende gewesen, auch wenn ich nicht so auf Beton steh. Und, was noch viel netter war, war das rötlich-braun-gelb-violette Natursteinpflaster im ganzen Gebäude. Ich tippe auf Porphyr, bin mir aber nicht sicher. Die Frage nach dem Pflaster hat diverse Aufsichtsleute da durcheinander gebracht und ich besitze jetzt die Telefonnummern der Museumsverwaltung, der Haustechnik und der Presseabteilung, um das in Erfahrung bringen zu können. *gggg*

Da der Bus, der uns wenigstens wieder zum Energiemuseum bringen sollte (von da aus nur noch wneige Fußminuten zu mir), nicht in Sicht war, wurde mir noch das Niedersächsische Landesmuseum aufgezwungen. Wohlgemerkt um halb eins nachts. Ich hab dann gestreikt und mich in die Museumsbuchhandlung verzogen. Und zwei nette Postkarten gekauft. Eine davon ist diese:

marienkaefer-quadrat

Im Ganzen war es jedoch ein sehr netter Abend, der mir allerdings ziemlich Muskelkater auf der Rückseite der Waden eingebracht hat, sowie eine tiefsitzende Müdigkeit und einen aufgescheuerten blasigen kleinen Zeh. Aber geht ja alles wieder wech.

Ich lümmel jetzt noch etwas rum, bevor ich endgültig aufstehe. Oder mach ich erst den Rest Abwasch von eben weiter?
Der kleine Gas-Partygrill von Camping-Gaz ist übrigens doch gar nicht so schlecht. Für auf’m Balkon allemal besser als der Holzkohlegrill, weil stinkt nicht sooo dolle. Und ist hinter leichter wieder wegzuräumen. Grillrost ist trotz Teflonbeschichtung blöd sauberzumachen, aber naja, man kann nicht alles haben 🙂

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