Stellenausschreibungsqualen

Da habe ich nun letzte Woche beim norwegischen Arbeitsamt online eine Stelle ausgeschrieben – eine Aushilfe. Wenn ich nämlich die drei Tage im September beim Quiltfestival bin, dann brauche ich jemanden im Laden und alle die ich kenne sind entweder auch beim Quiltfestival oder können nicht.
Bewerbung sei zwingend per Mail zu senden (wir sind hier in Norwegen ja eh etwas mehr leger was das angeht als D, Bewerbungsmappen gibt es hier nicht).

Ich schrieb also, wenn man wisse, was ein Rollschneider sei, was man mit einer Overlock macht und den Unterschied zwischen Baumwoll- und Viskosejersey kennt, dann wäre man eventuell die richtige Person, sofern neben dem vielen Nähen in der Freizeit noch Zeit für einen Aushilfsjob sei – zwingend am Quiltefestival-Wochenende jedenfalls.

Arbeitsaufgaben seien Verkauf von Stoff, Nähzubehör und Nähmaschinen, Kasse und Kassenabrechnung, evtl. Versand von Onlinebestellungen.

Damit, sollte man meinen, wären die Fronten geklärt. Aber nein.
Ich bekam bisher 12 Bewerbungen, davon 8 von Leuten die noch nie im Leben eine Nadel in der Hand hatten. Nur zwei davon hatten die Erkenntnis, sie wüssten zwar nichts über Stoff, könnten aber schnell lernen. Von den 4 anderen passt eine zwar toll und ich glaube, ich würde sie mögen, aber leider kann sie nicht das erforderliche Wochenende arbeiten ,weil sie da eine eigene Kostümausstellung in Oslo hat. Leider.
Von den drei anderen steht bei einer im Lebenslauf, sie hätte Nähfertigkeiten, im Anschreiben erwähnt sie, sie hätte mal in einem Brautsalon gearbeitet – von dem dann aber im Lebenslauf keine Rede mehr ist.
Bleiben also noch zwei und die eine davon werde ich jetzt per sms einladen, morgen mal reinzuschauen 🙂
Ich liebe es unformell zu sein und jetzt bin ich die Chefin, die darf datt 🙂

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