Tag des Kleinkrams und endlich Dublin

Nachdem ich heute mit nervtötendem Kleinkram beschäftigt bin, wie Nagellöcher zuwachsen, Kälteschutz-Vorhang am Ende der Kellertreppe mit Teleskopstange anbringen, Abdeckleistchen schneiden, ölen, anbringen etc. hab ich dann jez auch Zeit für einen kleinen Dublin-Bericht.

Nette große Stadt. Deswegen bin ich auch seelisch etwas angeschlagen, weil ich mich so wohl gefühlt hab zwischen den Steinhäusern, dem Trubel und den Menschen. Dem Wind und dem ’norddeutschen‘ Wetter aus Wolken, Sonnenstreifen und etwas Nieselregen sowie dieser angenehmen Luft, die nicht so trocken ist wie die norwegische.

Die Anreise war gar nicht mal soo schlecht, wir mussten ja mit Autos zum Flugplatz fahren, weil wir nicht genügend Geld in der Reisekasse hatten für eine Bustour. Mein litauischer Kollege, bei dem ich mitgefahren bin, hat sich als überraschend gesprächig entpuppt. Sehr spannend. Seine Frau ist ne total Nette und spricht super gut Norwegisch und wir haben quasi die ganzen drei Stunden gequasselt.
Einchecken bei RyanAir ging trotz der Gruppengröße von 22 Leuten problemlos und schnell. Flug war okay, sehr ruhig. Dublin hat eine Stunde Zeitverschiebung, also eine Stunde zurück.
Taxi-Anreise zum Hotel ebenso gut, ich hab sogar eine einigermaßen akzeptable Unterhaltung mit dem Taxifahrer auf englisch hinbekommen, ohne ständig norwegische Worte einzubauen.

Der erste Programmpunkt war dann Abends eine Führung durch 5-6 irische Pubs. Es hieß ‚Backpacker Pub Crawl‘. Mir war dabei nicht klar, obwohl es eigentlich logisch ist bei dem Namen, dass es sich natürlich um moderne Pubs handelt, mit der Zielgruppe Mitte 20 bis Mitte 30. Ich fand es jedenfalls lustig und es wurde auch ziemlich spät, an jedem Pub schrumpfte allerdings unsere Gruppe. Die Älteren hatten lieber so traditionelle irische Pubs, am besten noch mit irischem Livemusi-Gedudel gehabt. Aber allen recht machen kann man es ja nicht.
Anstrengend fand ich allerdings, dass unser Pubführer mit jedem Pub auch etwas lustiger wurde und mir am Ende mit seinem Gelaber doch etwas auf den Nerv gegangen ist.

Ein Teil von uns ist am Sonntag morgen dann schon sehr früh zu einer gut 2 stündigen Spaziertour mit meinem deutschen Kollegen aufgebrochen, offizieller Treffpunkt war um 12 h mittags zur Stadtführung. Die sollte eigentlich von Geschichtsstudenten der Uni sein, die haben uns aber versetzt und waren schon Samstag da. Ein Teil ist dann verschwunden und mit der anderen Hälfte hab ich dann das Sightseeing via Doppeldeckerbus gemacht. Ich gebe zu, dass ich mich als Hauptorganisatorin irgendwie dann doch die ganze Zeit ziemlich verantwortlich gefühlt habe.

Und mir ist auch wieder bewusst geworden, dass das eigentlich meine größte Stärke ist: irgendwas organisieren oder anleiern. Wissen wie Regeln und Gesetze sind, oder was man beachten muss. Alle mit Infos versorgen. Spontan Lösungen erfinden, wenn irgendwas schief geht. Kreativ sein und Ideen haben oder mir was ausdenken. Fragt sich nur, wie ich das dann doch noch mal in eine geldbringende Tätigkeit umsetzen kann….Aber ich hab ja noch mehr als 30 Jahre Berufstätigkeit vor mir, da wird sich dann wohl mal was ergeben.

Ich mach hier erstmal Pause und erzähle später weiter.

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