Tagebuchbloggen, die erste

Ich las es bei Frau Mutti, die wiederum bei Frau Brüllen drauf aufmerksam wurde. Und da mir das eine nette Idee erscheint und ich ja derzeit eh viel Zeit habe *hust*, dachte ich da könnte ich auch mitmachen: WMDEDGT = Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Aber Achtung, das ist ein laaanger Beitrag…..war ja auch ein langer Tag.

6:00
Das erste Mal Aufwachen vom Kaffeemaschinengeblubber. Leicht orientierungslos ins Bad schlurfen, dann etwas hin und her gehen, dabei dem Mann einen Kuss auf den Mund drücken und das Bett wechseln – vom Fluchtzimmer ins andere. Bin erkältet und matschig. Das über Nacht entladene weil vergessene Mobiltelefon neben dem Bett an den Strom stöpseln. Weiterschlafen.
10:06
Das zweite Mal aufwachen, diesmal von Kitties Gejammer. Das Telefon anmachen. Derweil klettert Rosalie mir auf die Brust, brummt und möchte gekrault werden.
Instagram geht nicht, Twitter lädt nichts, Telefon stürzt (mal wieder) ab, Neustart. Die morgentliche Schnellinforunde fällt aus.
10:20
Ich quäle mich aus dem Bett, ins Bad, fundiere kurz darüber wieso man die fiesesten Pickel immer dann kriegt, wenn man eh vor lauter Erkältung eh nicht aus den Augen gucken kann. Katzenklo saubermachen.
Tour durch die Wohnung, gucken ob noch Futter da ist, wenn ja, dann war kein unkastrierter Dreckskater zu Besuch. Gardinen am Esstisch auf, entnervt ‚och nee‘ sagen. Es hat über Nacht wieder geschneit, jetzt regnet es. Wo wir doch gerade ein paar Tage Tauwetter hatten und man wieder ordentlich den Berg hochfahren konnte bei uns.
Den Rechner anmachen und die ersten Stunden des Tages notieren. Anziehen, Frühstücken.
Zwischendurch das Sportzeug von gestern ausräumen, Wäsche in den Keller zur Waschmaschine bringen, auf die To-Do-Liste gucken und versuchen sich zu entscheiden was tun. Dabei beinahe mal wieder die Milch auf dem Herd vergessen..
11:26
Die Zeit versandete in sozialen Medien, zwei Telefonaten mit Transportgesellschaft und Hotel. Nix davon steht auf der To-Do-Liste, Mist. Mein unterer Rücken tut weh.
Entscheide, den Shop-Einkaufsbeutel aus Weinetiketten-Stoff fertig zu nähen. Stelle nach 10cm-Naht fest, dass ich auf der falschen Seite nähe. Auftrennen. Gerade noch mal gut gegangen.
Natürlich mit den Gedanken woanders gewesen und zielsicher den Beutel doch auf der falschen Seite zusammengenäht, nämlich rechts auf rechts. Da ich aber einen französischen Saum will, also keine Stoßkante sichtbar, muss man zuerst links auf links nähen. Beschlossen, dass der Beutel dann eben einen Zentimeter kleiner wird und den Saum abgeschnitten.
11:48
Beutel fertig und fotografiert.
12:12
Derweil ich damit kämpfe, mich nicht vom Kante-an-den-Quilt-nähen ablenken zu lassen, klingelt das Telefon. IKEA lädt mich zum Interview ein! Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa.
Wir reden hier über eine 24,4%-Stelle mit Schichten Donnerstagabends und jeden zweiten Samstag. Aber egal. Bin abgelenkt. Gehe was zu trinken holen. Surfe im Netz.
13:32
Der Quilt ist fertig, ich kann jedoch zwei Stellen nicht finden, wo noch Faden hängen müsste zum Vernähen. Findet sich. Schnell ein bisschen Surfen, bei Frau Mutti lesen und kommentieren, sowie Liegestütze für Anfänger googeln, weil ich doch beim Taekwondo so schlecht damit bin und von den Standard-Liegestützen gerade mal eine schaffe.
Der Rücken tut immer noch weh, gehe ins Bad um mir eine Wanne mit Lebensfreude von Kneipp einzulassen. Erwäge angesichts der großflächig verstreuten Katzenstreu das Bad zu putzen. Glücklicherweise geht die Anwandlung schnell wieder vorbei. Gehe dafür in den Keller und werfe Wäsche von Waschmaschine in Trockner. Nehme dann doch mal endlich den Michelinmännchenanzug des Mannes mit hoch und verstaue den.
Entscheide angesichts der hohen Fehlerquote beim Nähen doch nicht rüber ins Außenhaus zum Quilten zu gehen. Dingle erstmal so rum und warte auf die Wanne. Werfe nebenbei ein paar Weingummi in den Mund.
14:18
In der Zwischenzeit eine Mail an den Oberboss des Ex-Arbeitgeber geschrieben, der mir immer noch Lohn schuldet, mich aber mit Kleinkram abzuspeisen versucht. Schlechte Laune, weil ich mich damit immer noch rumplagen muss.
14:27
Badewasser ist immer noch zu heiss. Ich erledige zwei Telefonate und eine weitere Mail. Der Mann kommt nach Hause.
16:25
Fertig gebadet. Fertig getwittert. Fertig Musik gehört. Entspannt, trotz Rückenschmerzen.
Jetzt Hunger. Einige Weingummi-Männchen helfen kurzfristig.
17:35
Während ich darauf warte, dass der Ofen warm und das Stück Reissuppe ein Stück Auflauf wird, bringe ich Müll raus, schaufel den Schnee von meinem Auto (ich will noch weg) und hole die Post, darunter zwei Zeitungen. Vor, während und nach dem Essen lese ich also Zeitung. Somit war dann also wieder eine Stunde später. Jetzt Onlineshop. Vorher Mails.
19:34
24 neue Artikel im Onlineshop. Inkl. Neuheiteninfo auf der Startseite und Facebook-Firmenseite updaten.
19:37
Jacke anziehen und mit Unterlagen ins Auto springen. Bei einer Exkollegin mit einer anderen Exkollegin treffen. Einen netten Abend verbringen.
00:59
Zurück nach einem sehr netten Abend. Es regnet.
Der Mann hat vergessen die Papiertonne an die Straße zu stellen. Ich räume die 8-stufige Leiter beiseite, dabei klatscht alles Wasser, was sich oben im Aufsatz befindet, auf meinen Kopf und in meine Jacke. Sehr kaltes Wasser. Ich bin begeistert. Ziehe Jacke und Schal im Bad aus und gehe dann noch in mein Zimmer und die Küche um das dort befindliche Altpapier auch noch in die Tonne zu würgen. Stelle Tonne an die Strasse.
Schlafanzug, fertig bloggen, Zähne putzen und vor dem Licht aus noch etwas lesen.

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