Über ein Selfie und neue Erfahrungen

Vor Trondheim – Messestand 27 qm auf dem Quilt- und Stricktreffen – hatte ich eine juckende Stelle am Auge. Das war vor zwei Wochen.

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Trondheim war gut im Umsatz, aber auch sehr teuer, alleine der Aufenthalt hat mit Hotel und allen Mahlzeiten (Kongresspaket) 1000 Euro gekostet. Aber ich seh das eher als eine Mischung aus Arbeit und Spass, sowie Werbung. Die einzige Möglichkeit die Extremquilter in grossen Mengen zu erreichen.

Auf der Rückreise Montag (11 Stunden Autofahrt übrigens) hatte ich dann nicht nur zwei offene Stellen an Auge und Augenbraue, sondern auch ein juckendes Gesicht.
Dienstagabend bin mit rotem juckenden trockenen Gesicht ich zur Arztwacht (hier kriegt man ja keinen kurzfristigen Termin beim Hausarzt für dringende Sachen, sondern muss die ‚legevakt‘ aufsuchen, eine Art stationärer Notarzt für minder schwere Fälle. Dort gab es Salbe und Tabletten und die tröstenden Worte, das wäre bestimmt psychisch und die Salbe würde Wunder wirken. Jaha.

Sie wirkte dann zwar keine Wunder, brachte mich aber halbwegs juckfrei über das lange Wochenende in Köln – der Hobby & Handarbeitsmesse, die größte Branchenmesse in Europa mit mehreren hundert Ausstellern im Bereich Stoffe, Stricken, Nähzubehör, Nähmaschinen. Nicht nur für Stoffgeschäftsbesitzer und Kleingewerbe, sondern auch für die Großhändler die dort ihre eigenen Großhändler besuchen. Mit Rahmenprogramm, von dem wir aber nichts mitbekommen haben ausser Madame Tricot, die Ärztin, die auch Strickkünstlerin ist, interesse an fleisch hat, gerne auch in diversen Verwesungszuständen, sowie einen Sinn für Humor und das bisschen Extra. Voila, die gestrickte Metzgerei :-).

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Wir kämpften uns drei Tage durch den Wald von Stoffen und bestellten – wie immer viel zu viel, aber es war ja auch viel schönes. Lieferzeitraum zwischen nach Ostern und August. 🙂

Wieder zuhause war ich extrem rot im Gesicht mit vielen trockenen juckenden Stellen. Und wieder beim Arzt und wieder neue Tabletten und Salbe. Allergie unbekannter Herkunft ist die Diagnose.

Normalerweise lege ich keine Fotos von mir bei Facebook aus. Ich bin eben nicht Generation Selfie.
Dachte aber, dies ist die ungeschminkte, nicht sauber, immer gut gelaunte, stralende Facebookwelt. Und legte ein Foto vom roten zerschundenen Gesicht aus.
Die unendlich vielen Rückmeldungen sind mir aber dann doch unangenehm, mache ich also nicht wieder.
Interessant: gute Besserung, ja fein. Aber während ich eigentlich nur daran interessiert bin das loszuwerden und wieder in den Normalzustand zurückzukehren, sind die Kommentatorenwünsche vorwiegend darauf ausgerichtet, dass gehofft wird, ich finde schnell heraus WAS es ist.
Dabei ist doch das gar nicht wichtig, wichtig ist dass es verschwindet und nicht wieder kommt. *lol*. Da ist mir völlig schnurps wo das herkommt, ich lass mir doch nicht von irgendwas das Leben bestimmen. Also, von einem Lebensmittel o.ä. Ich meine ja sowieso, es ist vorwiegend die trockene norwegische Winterluft in Kombination mit Klimaanlagen rund um die Uhr, die meiner Haut so angreifbar gemacht hat. Wo ich ja eh nicht so der Mensch bin, der sich dauernd eincremt.

Najo, wieder was dazugelernt, und Dinge die man besser lässt. Das Leiden auf Facebook ist jedenfalls nicht so mein Fall, die vielen wohlmeinenden Ratschläge auch nicht und selber werde ich mehr darauf achten, dass ich nicht ungefragt welche erteile. 🙂

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