Die Jahre 20-29

Da ich auf dem Rechner gerade aufräume, hier doch mal was lange verdrängtes: Die Jahre 1992-2001 meines Lebens in Bildern für den Notfall des ‚Haus brennt ab‘ :-).

1992
Abiball.
Nicht meiner, aber halt der meines Jahrgangs. In den ich dann nicht mehr ging, weil ich 1990 nach zwei 11. Klassen und nach 2 Monaten 12. Klasse das Gymnasium geschmissen habe und lieber Grundbildungsjahr Holztechnik gemacht habe – um dann Tischlerin zu werden.
Der geliebte Petticoat, eine ganz fantastische Fönfrisur in rot, Corsage und goldenen Kreuz – wie es sich für einen ordentlichen Madonna-Fan gehörte. Der Ball war totlangweilig, das ist das Einzige woran ich mich erinnern kann.

1992-abiball

1993
Zu Besuch bei einer Schulfreundin, die zur Ausbildung nach Regen/tiefstes Bayern gezogen war.
Ich bin in zwei Tagen mit dem Mini runtergefahren. Luftlinie Landstraße, die einzigen beiden Städte auf der Luftlinie waren Eisenach und Coburg. In den Städten hab ich jeweils in der Jugendherberge übernachtet. Eisenach, eine Papp-Jugendherberge in der man nachts beim Schlafen das Gras draußen hat rascheln hören. Die Wartburg habe ich nicht gesehen, obwohl die JH direkt nebenan war. Hmpf.Coburg, in der Jugendherberge hatte ich ein 10-Personen-Zimmer für mich ganz alleine, mit offenem Dachboden und eigenem Bad.
Die Fahrt war insgesamt toll, ich habe viel gesehen und deutsche Landstraßen fahren macht sowieso einfach nur Spaß. Wenn man Zeit hat.

Man beachte hier: der linke Oberarm ist noch nackig.

1993-regen

1994
Haare dunkelrot und ja, ich habe bei McDo gearbeitet in meiner Freizeit, sowohl Anfang der 90er, als auch nach meiner Tischlerausbildung. War okay, wir hatten damals noch echt viel Spaß. Und ich war hoch genug in der Hierarchie aufgestiegen, um hinten im ‚Loch‘ des Drive Inn zu arbeiten – 4qm mit Kasse und Mikrofon.

1995-mcdo

Mai 1995
Abschlussbild der Fachoberschule für Gestaltung, 12. Klasse.
Nach der Tischlerausbildung brauchte ich doch noch mal ein bisschen mehr ‚richtige‘ Bildung 🙂 Ein sehr kurzes aber sehr schönes Schuljahr, mit Masse Freizeit. Hier sind die Haare gerade hinten kurz und blond und der Rest rot.

1995-fog

Sommer 1995
Heidepark Soltau mit der damaligen Affäre, sowie dessen Bruder und Freundin. Das war in diesem großen runden Gummiboot was durch Wildwasser treibt.

1995-soltau

Februar 1997
Vigeland-Park Oslo. Ich besuche mit dem damaligen Herzliebsten die ehemals beste ausgewanderte Freundin. Igel mit etwas Haar vorn. 🙂 Und es war kalt.
Man beachte, dass ich Leoparden-Leggings trage, mit einem kurzem Rock drüber. Dazu ein Herren-Thermohemd und eine Herrendaunenweste. Sowie DAS Tuch. 🙂

1997-oslo

1998
Ich bin mit dem AStA der FH Lippe Detmold auf Wochenendtour – kein Plan wieso. Vermutlich irgendeine Strategie-Sammlung? Jedenfalls in einem klitzekleinen Dorf an der Mittelweser, und ich weiß noch, dass es da keine Straßennamen gab, sondern nur Hausnummern. Also die Adressen waren Haus Nr. X, Postleitzahl Dorfname.
Ein altes zum Gästehaus umgebautes Bauernhaus, welches von Lesben betrieben wurde, und die eine war in der Dorffeuerwehr aktiv um akzeptiert zu werden. Komisch, an was man sich plötzlich wieder erinnert, beim Betrachten der alten Bilder. Es war SEHR früh morgens, als dieses ‚Guck mal‘-Bild gemacht wurde.

1998-ueberrascht

Herbst 1999
Ich bin ein Studiensemester von Juli-Dezember in Kopenhagen an der Bautechnischen Hochschule. Wohne im Studentenwohnheim in einem knallgelben Zimmer. Es ist ‚Verkleidungs-Gang-Party‘ – also Party mit den 15 Zimmern pro Gang, die sich eine große Wohnküche teilen. Ich habe eines meiner T-Shirts geopfert und mit Tuschfarben verziert, damit ich als Malerin durchgehe. Dazu wird in jedem Zimmer ein Stopp eingelegt, bis wir bei meinem Zimmer waren, waren die meisten schon so betrunken, dass niemand meine farbenfreudige provisorische tolle Einrichtung zu schätzen wusste. Kein glücklicher Abend, wie üblich wenn ich auf Parties bin, wo sich alle zulöten. Außer mir, die nix trinkt.

In Kopenhagen hatte ich angefangen, mir die Haare wachsen zu lassen, denn so konnte ich die scheußliche Übergangsphase hinter mich bringen, ohne dass mich jemand ’sah‘. 🙂

1999-dk

2000
Mit des Vaters Firma und anderen auf Tour, um die Produktion eines Kunststoff-Profilherstellers anzugucken. Ich weiß noch, dass ich mich auf der Höhe meines Gleichstellungskampfes erbittert mit dem Produktionsleiter gestritten habe, der leichtsinnigerweise auf meine Frage, wieso es so wenig Frauen in der Produktion gäbe, antwortete – das wäre eine zu anstrengende Arbeit für Frauen.

2000-rehau

Sommer 2001
Schwerin mit dem damaligen Noch-Freund. Ich bin kurz vor dem Beginn meiner Diplomarbeit und gucke mir den Ort des Geschehens an, also das Grundstück auf dem mein Projektthema steht.
Das Haar wächst.
Ich bin schon da gestresst und unglücklich ohne Ende, dabei hatte ich noch nicht mal richtig angefangen…

2001-schwerin

4 Kommentare

  1. Danke Hans, irgendwie ist dieser Kommentar durchgerutscht und ich hab gar keine Mail gekriegt.

  2. das ist eine schøne seite, gute schreibe. du hast einen neugierigen blick
    auf dinge, die du fotografierst. dein spass am gestalten kommt gut rueber.
    da gibt es dieses muesli bild mit schinken. … erinnert mich
    an eigene foto-kreationen a la rosenkohl mit linsen.
    wir hatten zu deiner trolljenta zeit einige male kontakt.
    ich wuensch dir ein gutes wihnachtsgeschaeft und nicht so viele
    kopfschmerzen.
    gruss hans

  3. Danke! Erinnert mich daran, die zweiten 20 zu vervollständigen, bevor die dritten allzu weit fortgeschrittenen sind, lol. 🙂

  4. Hallo Britta,

    mit Spannung habe ich Deine ersten 20 Jahre und die weiteren neun Jahre gelesen.
    Auch Deine Mini – Zeit habe ich mit Spannung verfolgt.
    Ich selbst hatte nur zwei Minis und mich leider vom letzten, für einen Porschespleen, zu schnell wieder getrennt. Jetzt bin ich 61 Jahre und nur noch Fußgänger.
    Du schreibst einfach erfrischend toll und spannend.
    Ich werde deinen Blog sicher weiterhin verfolgen.

    Liebe Grüße aus Dortmund sendet Dir
    Gabi