Viel besser als kündigen…’permisjon‘

Das es aber auch so schwer sein kann, einen Job loszuwerden *kopfschüttel*. Mein Arbeitgeber will mich ja nicht kündigen, wie mir deutlich zu verstehen gegeben wurde und man wollte mir die Arbeit ein bisschen zurechtlegen, besonders bezüglich des Vertriebs-Budgets. Da ging dann aber unsere Verwaltung im fernen Oslo nicht mit. Also wurde mir ja ein quasi halbes Budget ans Bein gebunden mit der Auflage den Rest quasi irgendwie hinzuschummeln, damit die Verwaltung sich freut. Nun hab ich ja nach langem Hin und Her eigentlich beschlossen, heute zu kündigen. Der letzte Tag, wenn ich im November was anderes machen will. Und meinem Alarm kreischenden deutschen Sicherheitsbedürfnis zum Trotz, welches im roten Bereich liegt angesichts der Tatsache, dass ich noch keine andere Stelle habe. Nun hab ich also all meinen Mut zusammengenommen, bin ins Chefin-Büro und sag, dass ich noch mal nachgedacht hab und blah und mir gerne zum 1.11. was Neues suchen will und mich weit weg von allem halten, was mit Vertrieb zu tun hat. Und dass ich ja die Verwaltung verstehen kann, die nur die Zahlen im Blick hat und dass ich einfach die falsche Person an dieser Stelle bin und ja leider keine halbe Stelle möglich ist. Da meinte sie dann, dass ich aber ja sehr gut wäre in dem wozu ich Lust habe und dass sie ja total abhängig von mir wäre mit dem Internationalen Rekruttieren (Balsam auf meiner derzeit sehr geplagten Seele). Wollte dann wissen, ob ich schon was Neues hab oder was ich denn tun will und die unsichere wirtschaftliche Lage (in meinen Augen ist die wirtschaftliche Lage zwar nicht mehr so rosa wie vor noch 2 Jahren aber sehr lang entfernt von schlecht) und so. Ich meinte dann, dass sich da schon was ergibt und dass ich schon ein paar Bewerbungen weggeschickt habe, dass aber noch nichts passiert ist wg Frist und so. Fragt Chefin mich, ob ich denn wirklich unbedingt kündigen will und alle Brücken abbrechen und …ich könnte ja ein Jahr 50% unbezahlten Urlaub beantragen, auf norwegisch ‚permisjon‘. Solche Anträge genehmigt nämlich die Abteilungsleitung und nicht die Verwaltung. Permission – in dem Sinne ‚frei ausser der Reihe‘ – gibt es für alle möglichen Anlässe bezahlt und unbezahlt. Bezahlt z.B. für Geburt oder Beerdigung der Verwandten. Unbezahlt z.B. für Weiterbildung oder an der Uni wie ein Freisemester. Nach kurzer Absprache mit dem Herzliebsten finde ich das gar keine sooo schlechte Idee, denn kündigen kann ich in dem Fall immer noch. Bloss ggf. einen Monat später. Und so habe ich in jedem Fall 50% Gehalt sicher und kann nach dem Familientreffen mal ein bisschen rumtelefonieren und mir für ’nebenbei‘ was anderes suchen. Somit habe ich also meine Kündigung, die sie partout nicht anrühren wollte wieder an mich genommen und schreibe jetzt einen Antrag auf unbezahlte Beurlaubung für ein Jahr mit 50% meiner Stelle. So schnell kann sich alles wieder ändern. Dann mach ich jetzt erstmal 5 Tage Urlaub und erhole mich.

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