Was anders ist

Auch wir haben bei uns im Laden die stille Minute um 12 Uhr gehalten. Danach habe ich mir frei genommen und mich zuhause erstmal ins Bett gelegt und geschlafen.

Die Kollegin aus Oslo ist nicht mehr vermisst, sie ist mit unter den Umgekommenen.

Um 18 h in Kristiansand am Marktplatz gewesen. Von den Reden hab ich allerdings nix verstehen können. Beim anschließenden Fackelzug dann noch Bekannte getroffen.
Hätte ich vorher gewusst, wie viele Menschen da auflafen, dann wäre ich wahrscheinlich gar nicht gegangen, ich kann das nicht mehr so gut haben mit so vielen Menschen um mich rum.
15.000 sollen dagewesen sein.
Eine ruhige Veranstaltung, die mir auch das Gefühl gibt, wieder nach vorne schauen zu können.

Was anders ist, ich fühle mich plötzlich nicht mehr als Ausländerin, sondern als echter Teil der norwegischen Bevölkerung.

Der Mann und ich haben dann den Abend damit verbracht nachträglich norwegische Nachrichten zu gucken am Rechner und uns über die teilweise merkwürdig blumige deutsche Berichterstattung zu unterhalten.
Wo das Norwegische noch nüchtern und sachlich bleibt, ergreift die deutsche Sprache schon Partei und beurteilt.

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