Was ich heute Sonntag so alleine mache

00.50 Ich will endlich ins Bett und denke, ich kann endlich mal die Bettdecke aufschütteln, da sehe ich das Miss Rosali drauf liegt. Gehe also schlafen mit einer Decke wo die obersten 20 cm nur Stoff ist und sich die Decke am Fussende knüllt. Wärmflaschenzeit ist angefangen, mit warmen Füssen kann ich schneller einschlafen. Was ich meist sowieso innerhalb weniger Minuten tue.

09.24 Ich wache auf und muss pullern. Danach gleich die Tour am Fressnapf vorbei Futter reinwerfen. Das am Abend unter dem Sofakissen abgelegte Mobiltelefon mit ins Bett nehmen und eine Runde sozialeMedien gucken wollen, als Rosali schmusen will. Und wenn Rosi das will, dann gibt es kein Entkommen. Ich werde als Klettergerät benutzt, an mir wird langgestrichen und ich werde beschnuppert. Erst wird mir kräftig das Ohr gewaschen, dann der Haaransatz, als sich die vorwitzige Nase meinem Mund nähert gebe ich auf und kuschel eine Runde mit der Katze. Jeder Versuch sich mit dem Mobiltelefon ist aussichtslos, so lange die Katze findet es ist Rosi-Zeit.
Der Mann ruft an um mir einen guten Morgen zu wünschen. Zu seinem Glück bin ich ja schon wach.

10.00 Neuer Versuch eine Runde auf Facebook zu vertüdeln.

10.15 Ich gebe auf und stehe auf. Kaum stehe ich in der Küche stehen auch drei Katzen in der Küche. Statt mir Kakao zu machen verteile ich Feuchtfutter und warte geduldig bis die drei fertig sind. Komme ich nämlich zu nah, verschwinden die Katzen und das Feuchtfutter bleibt liegen bis es trocken ist.

10.30 Ich fange an diesen Bericht zu schreiben, muss dazu erstmal den Laptop an Strom anschließen.

10.37 Katzen fertig mit Frühstück, jetzt bin ich dran. Kakao und zwei Scheiben Brot. Hab leider vergessen Aufbackbrötchen zu kaufen. Beim Frühstück denke ich über die mögliche Tagesgestaltung nach. Lese mich dabei im neuesten Patchwork-Gildeheft fest.

11.03 Fertig gefrühstückt gehe ich mich erstmal anziehen und beschließe, die nächsten Stunden in 30-Minuten-Arbeitseinheiten zu teilen. Ich habe schlicht keine Lust in den Laden zu fahren und zu quilten oder Stoffe ins Warenregister zu legen. Noch nicht. Die Uhrfunktion vom Mobiltelefon hilft dabei ungemein. Erst noch Feuer machen, dabei feststellen, dass wir keinen Anzünder mehr haben. Also die alte Methode mit Zeitungspapier und kleinen Hölzchen. Schnell noch etwas wegräumen und was zu trinken hinstellen. Telefon suchen gehen. Telefon finden und dabei erstmal auf einem Quiltblog surfen. Minuten verstreichen.

11.17 Die erste Zeiteinheit heißt Minidreiecksblöckchen zu Streifen nähen, dann hab ich in einer halben Stunde vielleicht genug Platz auf dem Tisch für den Laptop. J

11.50 Drei Reihen genäht, sehr fein. Neue Zeiteinheit. Jetzt erstmal eine Runde Hausarbeit. Z.B. Bett abziehen, Tisch freiräumen usw. Vorher noch schnell mal das Telefon anstarren und lesen, was in der moderne Quilte-Gruppendiskussion geschieht.

12.24 Fehler. Eine Anmerkung in der Nähverrücktengruppe, wieso bei mir verschiedene Preise an einigen Artikeln stehen. Also in den Shop einloggen, sehen, dass der letztwöchige Mini-Ausverkauf sich trotz Laufzeitende nicht ausgeschaltet hat, aber trotzdem nicht gültig ist. Bedeutet, es werden reduzierte Preise mit angezeigt, aber nicht in den Warenkorb übernommen *seufz*. Problem beseitigen, gleich mal neu mit 30% rabatt ansetzen, online verkünden. FB-stream lesen. Zeit vergeht und ich habe kalt Füsse. Ausserdem ist das Feuer aus, wie immer. Mist. Feuer reaktivieren, Kittie kuscheln. Fenster ausmachen, draußen ist trüb. Jetzt aufräumen.

13.04 Bett bezogen, neue Uhr aufgehängt – fast unsichtbar weil grünes sandgestrahltes Glas auf schwimmbadgrüner Wand. Entdecke unter der Bank festgetrocknete blutige Innereien, bekämpfe tapfer den Brechreiz und mache das weg. Verflixte Katzen. Wische mit einem feuchten Lappen auf dem Bettrahmen rum und stelle mich der Entdeckung, dass mein Zimmer wirklich DRINGEND eine Bodenreinigung nötig hat. Es knirscht leicht unter den Schlappen. Ich räume meine Wärmflasche weg im Schlafzimmer weg, mache schnell die Tür der Abstellkammer weder zu (Hallo, rief der Staubsauger, nimmst du mich mit?). Entferne abzuheftende Papiere vom Esstisch, bringe Biomüll raus und gucke zum dritten Mal, ob die Aufräumhalbestunde nicht bald vorbei ist.

Beschließe die Zeitspanne auf 20 Minuten runterzusetzen und mache mich wieder an die Nähmaschine.

13.30 Funktioniert besser. Zwei Reihen genäht, Rest vom Tisch gesammelt. Noch 4 Reihen. Weiter geht der Plan für heute nähtechnisch nicht. Mir fehlen Motivation und Energie, leider. Habe jetzt eine längere Pause verdient, schließlich ist Sonntag. Hole Chips, Dip und Traubenschorle und suche mir einen Film aus meiner immer kleiner werdenden Sammlung.

15.21 Film fertig. Eiskalte Füße. Keine Lust mehr zu nix. Typisch. Alle Katzen schlafen und mir ist schwer danach es ihnen nachzutun, aber dann wird heute gar nix mehr. Mache eine Wärmflasche und gehe dann etwas nähen.

17.42 Wanne eingelassen, nicht genäht, noch einen Film geguckt, eine Tafel Schokolade gegessen. Wanne vergessen. Noch mal heißes Wasser nachlaufen lassen. Baden.

18.20 Gefühlte 500 trübsinnige Gedanken später. Herbst ist, wenn es gegen 18.30 richtig trüb und dämmerig wird und alles an Pflanzen und Blättern stirbt. Außerdem kann ich keine DVDs gucken ohne dabei melancholisch und trübsinnig zu werden. Egal wie sie enden. Egal ob Liebesfilm, Drama, Komödie oder Action. Ich glaub, ich geh wieder an die Nähmaschine, dabei muss ich nur aufpassen aber nicht denken.

19.30 Essen.

21.16 Dritter Film zuende.

23.15 Immerhin noch 5 neue Schnittmuster in den Shop bekommen. Ansonsten nur auf Youtube rumgesurft, mit dem Mann telefoniert, die Katzen bespielt und gefüttert. Jetzt dann langsam schlafen gehen, im Shop liegen ca 13 Bestellungen und ich MUSS morgen quilten und die Stoffe die da im Kassenbereich rumstehen ins Warenregister tun. Letzteres als erstes, damit ich überhaupt Platz zum Packen habe.

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