was noch:

Ralf möchte gerne seinen maroden Opel demnächst nach Deutschland schaffen und verkaufen. Für mich bedeutet das, dass ich definitiv zum Winter ein eigenes Auto brauche. Also stöber ich jetzt schon länger im Netz rum und gucke was so gibt. Ich bin dann bei Allrad gelandet, damit komme ich sowohl in die Pampa zur Arbeit und auch alle eis- oder schneebedeckten Hänge hoch. Ich hab schon Bammel vor’m Winter und zur
Arbeit fahren. Eine Kollegin, die ich nicht kenne, lebt seit letztem Herbst schwerst pflegebedürftig im Heim. Sie hatte an einer tückischen Stelle mit Glatteis einen Unfall und war 5 Minuten ohne Sauerstoff. Und ein Kollege erzählte, dass die Strecke halt sehr gemein ist mit abwechselnd frei und Asphalt und umme nächste Ecke dann plötzlich Eis. Insofern möchte ich gewappnet sein. Wo ich doch morgens eher in Streß und Hektik und zu spät unterwegs bin.

Heute die Zeit genutzt und ein bisschen rumgeguckt. Bei einem Händler stand dann ein Suzuki Jimny. Allrad-Geländewagen. Eher klein für die Ausführung Geländewagen. 83 PS, 1,3 l , schwarz, Teilleder, 13.600 km, Bj 2004. Von einer Frau getuascht, die Probleme mit den zwei großen Hunden und dem Stauraum hatte. *gg*. Man kann nämlich entweder 4 Leute oder 2 Leute und Gepäck mitnehmen. Mehr geht nicht. Reicht aber ja auch. Wenn ich bedenke, dass ich die meiste Zeit eh alleine fahre.
Von Kosten brauchen wir nicht zu sprechen. Teuer halt, wie alle Autos in Norwegen.

Vollfinanzierung über 5 Jahre. Der Verkäufer war gut und macht wohl viele Autos mit den Banken klar. Ich würde sogar, obwohl ich keine Norwegerin bin, keinen norwegischen Bürgen habe und kein Eigenkapital
zu sinnvollen Zinsen (die sich hier bei ca 4,95 % bewegen) eine Finanzierung über 7 Jahre kriegen. Unglaublich. 🙂

Zum kleinen Vergleich, was die Preisverhältnisse in Norge angeht: Ein Jeep Cherokee Diesel von 2002 kostet mit fast gleichen Kilometern und Austattung in Deutschland 80.000 NOK, in Norwegen 200.000 NOK. Auf Autos ist sowas wie Luxussteuer.

Das ulkigste: Ich fragte dann, ob ich mit dem Ding mal ne Probetour machen könnte, mal kurz nach Hause den Hang hochfahren. Hin- und zurück 50 km. Er: ‚Ja, dann nehm den doch mit bis morgen. Hier hast’n
Schlüssel.‘ Dann hat er noch einen Zettel für das staatliche Vegvesen ausgefüllt, dass ich mit dem Auto unterwegs sein darf, die Probenummern angehängt und gut. Ich brauchte nix unterschreiben, er hat nur meinen Namen, nicht mal meine Personalnummer.

Im Auto lag neben dem Fahrzeugschein auch der Fahrzeugbrief. Also, ich bin ja schon manchmal etwas naiv, aber die Norweger toppen das echt. Und das scheint ein völlig normales Autohändler-Verhalten zu sein,
nicht mal nur ein durchgeknallter Verkäufer. Wobei dieser Verkäufer allerdings auch Verkäufer der Monats März war und eine Suzuki-Gold-Club-Urkunde an der Wand hängen hatte *lach*. Aber nee, der war wirklich sympatisch und nett und nicht aufdringlich. Einfach so, wie ein guter Verkäufer sein sollte, ohne dass man sich bedrängt oder genervt fühlt. Oder beschleimt. In Norge wird auf jeden Fall noch sehr viel mehr Wert auf Kundenzufriedenheit gelegt bei sowas. Wobei wir auch in nem anderen Autohaus waren und die Verkäufer schwer gelangweilt waren. Aber der war pfiffig. Jedenfalls sind wir nun mit dem Suzuki
Jimny unterwegs gewesen und eigentlich passt alles.

Bis auf die Tatsache, dass ich noch niemals in meinem Leben soviel Geld auf einen Haufen ausgegeben habe und mir dabei nicht ganz wohl ist. Allerdings beruhigt mich etwas, dass ich, sollte mir was passieren,
also so berufsunfähig oder so, ich sowieso BU-Rente vom Staat bekomme und daneben noch die BU-Versicherung in D laufen habe. Und Arbeitslosigkeit ist nicht in Sicht.

Ich hab schon meinen Chef angerufen, dass ich eine Bestätigung brauche, dass ich fest angestellt bin, im Moment bin ich ja noch über Vigeland-Personal in der Probezeit bei der Trevare und erst am 1.November krieg ich den eigentlichen Vertrag mit der Trevare. Jedenfalls meinte er, kein Problem, er macht zusammen mit Johnny von der Trevare was fertig und Johnny wäre ja auch sehr zufrieden mit mir
und dem anderen neuen. *seufzerleichtert*.

Aber mir macht die Arbeit da echt riesig Spaß. Und irgendwann werde ich mich ganz ganz sicher auch an das frühe Aufstehen gewöhnen.

Mir geht soooooviiieeell im Kopf herum, dass ich schon voll verspannt bin. Und was mich auch davon abhält, die ganzen unausgegorenen Gedanken hier auszubreiten.

Auf jeden Fall, auch wenn bei mir gerade mal etwas Funkstille ist: mir gehts gut, ich hab reichlich zu tun und ich hab gerade nur zu wenig Zeit, bzw die Zeit, die ich noch habe, möchte ich lieber mit Ralf und
den Katzen verbringen als mit dem Rechner. Aber es kommen wieder andere Zeiten 🙂

Bis die Tage.

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