wie immer: Samstags aus der Post

Gestern Abend reichlich lange mit einer Bekannten/Freundin aus dem Miniclub telefoniert. Dabei dann gemeinsam festgestellt, dass die Skype-Quali irgendwie doch noch nicht so befriedigend wie ein richtiges Telefon ist und die Leitung gewechselt.
SEHR nett gesprochen. Ein Frauengespräch über alles wichtige. Männer denken jez vermutlich an ‚wer wen geheiratet hat‘ oder ’neue‘ Kinder, aber Frauen wissen, wovon ich rede. Dabei dann wieder mal bemerkt, wie rasend schnell doch die Zeit vergeht, dass das ’neue‘ Auto jetzt 9 Jahre alt ist. Ich weiss ja noch genau…damals…Somit auch bemerkt, wie lange wir uns eigentlich schon kennen. Über ‚alte‘ Zeiten geredet, wie das noch war damals, als ich noch mit M. zusammen war und wie das alles so gekommen ist und so weiter…ein nachdenklich machendes Gespräch irgendwo.

Dazu kommt noch, dass ich dann später noch alte Mini-Zeitschriften aussortiert habe und die mit den von mir geschriebenen Berichten weggelegt habe zum Mitnehmen. Es gibt da einfach so Verschiedenes, über das ich mal nachdenken möchte.

Wer ‚weg’ ist hat eine ‚Bringschuld’, irgendwie klar. Seh ich jedenfalls so. Trotzdem ist es doch irgendwie erschreckend, wie sehr ich doch einfach weg bin aus dem Leben anderer. Trotz Internet hält sich mancher Kontakt in Grenzen. Ich gebe allerdings zu, dass auch meine Aktivitäten sich ‚Deutschlandgerichtet’ etwas in Grenzen halten. Als ich hergefahren bin, hab ich ja auch gedacht, ich würde irgendwann ‚demnächst’ wieder zurückfahren. Aber das ist nun die nächsten drei, vier Jahre nicht in Planung. In Norwegen habe ich noch Möglichkeiten, was habe ich denn in Deutschland? Nicht überzeugend. Eltern und derzeit etwas vernachlässigte Freundschaften. Aber keine Arbeit. Und gefühlsmässig derzeit auch keine entspannte Zukunft.
Klar, das Leben hier ist auch nicht immer das Gelbe vom Ei und das Gefühl ‚weg zu sein’ aus meinem alten Leben ist schon mal mehr mal weniger da. Ich wohne das erste Mal mit jemandem zusammen und vermisse oft genug meine kleine Hannoverwohnung, mitten im Zentrum, wo alles, sogar das Programm-Kino, zu Fuss erreichbar war und die Auswahl an Cafes und Bistros gross. Ich vermisse manchmal das tagelang Alleinesein. Aber das hat nix mit Norwegen zu tun, dass würde mir in D vermutlich genauso gehen.
Dazu finde ich es doch anstrengend, mir hier einen neuen Freundes- und Bekanntenkreis aufzubauen. Mir fehlt die Bequemlichkeit, einfach mal auf einen Schnack bei Minibekannten vorbeizuschauen, oder ganz automatisch neue Leute auf Treffen kennzulernen.
die Mädelz, mit denen ich mich hier am Besten verstehe, sind Deutsche bzw. eine ‚Ex-Deutsche’. Es ist letztlich eben Sprache, die verbindet oder trennt.

Und ich würde mich wirklich freuen, wenn mich in diesem Jahr dann noch jemand besuchen käme. Es ist nämlich wirklich sehr nett hier. Wenn der Schnee endlich weg ist. Obwohl, es ist auch mit Schnee nett. 🙂 Mama: Du kønntest hier gerade sowas von Langlaufen, jeden Tag woanders und gleich umme Ecke 🙂 Schade nur, dass ich noch keine Langlauf-ski habe, aber vielleicht nächsten Winter. Erst habe ich noch andere Baustellen.

Ansonsten ein schönes Wochenende. Ich werde weiter Ralf in den Wahnsinn treiben und schon Bücher einpacken und sonstiges aussortieren. 🙂

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