Zum Umfallen müde

Hallöle. Die vier Stunden Schlaf haben sich echt aufgewirkt. Bin fix und alle. Eigentlich ja völlig schwachsinnig, über 10 Stunden Fahrt zu einem Vorstellungsgespräch auf sich zu nehmen. Aber was tut frau nicht alles für eine interessante Stelle.

Morgens um viertel vor Fünf ist Linden ziemlich leergefegt, trotzdem überraschend wieviele Leute doch schon im Zug sitzen. Eine nette englische Unterhaltung mit einem ziemlich attraktiven CeBit-Gast
gehabt, der aus Indien oder so kam und auf dem Rückweg war. Weswegen er mit dem Zug nach Frankfurt ist, dann 3 Stunden Flug nach Istanbul, dort 6 Stunden Aufenthalt in denen er sich irgendein wichtiges Museum mit byzantinischen Schätzen oder so angucken wollte und dann weiter 6 Stunden Flug nach Dubai und von dort noch mal 7 Stunden nach Irgendwo, hab ich nich ganz verstanden.

Außerdem sprach er tolles Englisch, dagegen war meines dann doch eher stümperhaft. *gg*

Auf dem Bahnhofsklo in Stuttgart in den neuen Hosenanzug geschmissen und Haare hochgesteckt, watt kam ich mir plötzlich so ungewohnt elegant und Geschäftsfrauenmäßig vor.

Das Gespräch selbst war nicht mein Bestes. Ich fand’s ziemlich durchschnittlich, die Fragen eher banal, wobei noch nie jemand beschlossen hat, dass Tischlerei und Innenarchitektur ja gar nichts miteinander zu tun hätten und Verkauf ja auch nicht. Ja hallo?? Was denn sonst noch?

Meine Gehaltsvorstellung sollte ich mal sagen, aber die hätte dann ja nix damit zu tun, ob ich noch mal eingeladen würde oder nicht, dass würde von anderen Dingen abhängen. Hä??

Meine ausführlichen Recherchen haben sich wohl doch nicht ausgezahlt, obwohl ich mich an Trainee-Preisen und als unterstes mein letztes Gehalt plus die 20% höhere Lebenshaltungskosten orientiert habe, lag
ich damit angeblich schon ‚fast an dem was ein Projektleiter verdient‘. Naja. egal.

Angesichts des 12 Stunden-Tages, den die sich vorstellen (steht natürlich nur 40 h im Vertrag und Überstunden sind nicht bezahlt), finde ich meine Vorstellung eigentlich nicht zu hoch gegriffen.
Schließlich bin ich nicht mehr Berufsanfängerin. Oder so. Und ich ziehe schließlich für die nach Stuttgart. Außerdem bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich wirklich die nächsten Jahre komplett auf mein Privatleben verzichten möchte. Und den Norden ganz verlassen. Denn so mit dem Pendeln, das haut nich so hin, wie ich mir das vorstelle, dazu muss ich zuviel arbeiten.

Mal eben tel.

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